# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 28 — Chriſten zum Segen geworden iſt. Wenn ſich in demſelben hinſichtlich der Lehre vom Unterſchied zwiſchen Kirche und Staat, ſowie vom Sonntag einige Unrichtigkeiten finden, ſo iſt das für erkenntnißreiche Lutheraner nicht gefährlich. Dagegen läßt ſich das Werk nicht gut ändern, denn wir würden dadurch ein ſchlechtes Beiſpiel geben. Unſere Gegner würden behaupten, daß wir uns die Schriften der Alten jetzt auch nach eigenem Geſchmack zurecht machten. Deshalb wird es unverändert abgedruckt. Hierauf wurde die dreizehnte Theſe angenommen. Ein zweiter Gegenſtand der Lehrbeſprechungen, welchem leider die Confe⸗ renz nur Eine Sitzung widmen konnte, da das ſogenannte Geſchäftliche ſich häufte, waren die ebenfalls ſchon früher (vgl. Synodalconferenz⸗Bericht vom Jahre 1873 pag. 20—26., ferner v. Jahre 1874 pag. 13—36.) begonnenen Theſen über das Jus parochiale d. h. über Parochialgrenzen. Hiervon waren früher 8 Theſen gründlich beſprochen worden und von der 9ten Theſe hatte man nur den erſten Punkt kürzlich behandelt. Dieſe neunte Theſis bildete daher den Gegenſtand der diesjährigen Verhandlung über das Jus parochiale. Es folgen auch hier zunächſt des Zuſammenhanges halber die bereits angenommenen Theſen. Theſis 1. Das öffentliche Predigtamt iſt nicht eine menſchliche, ſondern eine gött⸗ liche Ordnung (1 Cor. 12, 28—30.), und zwar eine Ordnung zur Er⸗ bauung des Leibes Chriſti oder der Kirche für alle Zeit bis an den jüngſten Tag (Epheſ. 4, 11—13.); es iſt daher auch Gottes Wille, daß jeder Chriſt ſich dieſes öffentlichen Predigtamtes gebrauche (1 Cor. 16, 15. 16. 1 Theſſ. 5, 12. 13.), wie ſchon das dritte Gebot erfordert. Theſis 2. Der Complex aller einzelnen Chriſten ſoll ſich zu einzelnen Gemeinden zuſammen ſchließen, in welchen das Wort Gottes in Lehre und Zucht ver⸗ mittelſt des öffentlichen Predigtamtes im Schwange geht (Matth. 18, 15—20.); es iſt daher Gottes Wille, daß ſich jeder Chriſt in einer ſolchen Gemeinde als Glied finden laſſe (Act. 2, 47.), an ihren Verſammlungen theilnehme (Ebr. 10, 24. 25.), ihr mit ſeinen Gaben diene (1 Cor. 12 4—27.) und ihr nicht ärgerlich werde (1 Cor. 10, 32.). Theſis 3. Nur die Apoſtel hatten einen allgemeinen Beruf an die ganze Welt; die mittelbar berufenen Prediger aber ſollen ihre beſondere Heerde Gottes (τὸ