# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 24 — In Deutſchland wurden zu den Zeiten des Rationalismus dem Volke ganz ungläubige Agenden, Geſangbücher, Katechismen und Schulbücher aufgedrungen, denn Staat und Kirche waren vermiſcht. Hier iſt es anders. Der Staat greift in unſere inneren Angelegenheiten gar nicht ein, ſondern läßt uns volle Freiheit. Aber dennoch frägt es ſich, ob überall ſelbſt in unſern Synoden reine Bücher gebraucht werden. Und wo ein Geſangbuch oder ein Katechismus benutzt wird, der nicht geſund iſt, da iſt ein Wider⸗ ſpruch gegen das Bekenntniß. Würden wir nun Umfrage halten, wie es unter uns ſteht, ſo würde es in einer Hinſicht in keiner Synode recht ſtehen, wenigſtens nicht in allen Schulen, nämlich in Beziehung auf die Schul⸗ bücher. Das kommt von dem Hochmuth bei einigen Lehrern. Denn wenn wir unſern Schullehrern im Allgemeinen auch das Zeugniß geben müſſen, daß ſie ernſte, treue Männer ſind, ſo gibt es doch auch manche, die andere Bücher blos deshalb nehmen, weil ihnen in den unſrigen die Methode nicht gefällt. Und das iſt ſehr ſchlimm. In der Miſſouriſynode z. B. war früher ein Leſebuch im Gebrauch, das zwar ſonſt mangelhaft, aber doch lutheriſch war. Nun wurden die Mängel wohl gefühlt, aber dennoch hätten die Lehrer lieber ſterben ſollen, ehe ſie falſchgläubige Bücher nahmen. Jetzt aber haben wir gute deutſche Bücher. Da iſt es doppelt ſchlimm, falſche zu dulden oder gar einzuführen. Schlechter ſteht es mit den engliſchen Leſebüchern. Da gibt es gar kein uns bekanntes, das rein wäre. Dennoch führt man dieſelben auch bei uns ein. Ob die Lehrer oder die Paſtoren ſchuld daran ſind, ſteht dahin. Es ſoll und muß aber anders werden. Hiebei iſt zu erinnern, daß die Lehrer überhaupt kein Recht haben, auf eigene Hand Lehrbücher einzuführen, denn das wäre hierarchiſch. Die Bücher für die unteren Claſſen, abgeſehen von dem von der Synodal⸗ conferenz herausgegebenen Primer, der ja gut iſt, laſſen ſich wohl noch einigermaßen gebrauchen, aber die für höhere Claſſen ſind außerordentlich gefährlich. Das iſt auch ſchon vielen Lehrern in's Gewiſſen gefahren, und ſie warten daher ſehnſüchtig auf neue gute engliſche Bücher. Da ſollte doch Jeder in der Synodalconferenz, der die Gaben von Gott empfangen hat, mithelfen, daß dieſer Noth abgeholfen wird. Es wird dieſer Zuſtand zu einer Anklage vor der Kirche. Wir wollten uns auch gerne mit einem ge⸗ ringen Buche begnügen, wenn es nur rein wäre. Man bedenke doch, was Petrus 1 Petri 2, 12. ſagt: „Seid begierig nach der vernünftigen lautern Milch als die jetzt geborenen Kindlein, auf daß ihr durch dieſelbige zu⸗ nehmet.“ Welche Mutter würde nun ihrem Kinde Eſſig oder gar Gift in die Milch ſchütten? Wehe uns, wenn wir das geringſte Gift in unſre Schul⸗ bücher für Unmündige hineinlaſſen. Das wäre viel ſchlimmer, als wenn irgendwo eine Agende gebraucht würde, die nicht ganz rein iſt; denn da kann der Paſtor doch auswählen. Einſt wanderten die Leute aus Deutſchland aus, um hier ihre Kinder