# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 21 — nicht einſehen konnten, ſo haben die Paſtoren in einigen Fällen Schulgeſell⸗ ſchaften gebildet aus denjenigen Familienvätern, die willig waren zur Grün⸗ dung einer Gemeindeſchule, und dieſe haben dann blühende Schulen aufge⸗ richtet, welche ſpäter an die Gemeinde übergehen ſollen. Ueberhaupt muß der Paſtor in der Art und Weiſe, wie er zum Ziele gelangen kann, etwas erfin⸗ deriſch ſein. Geht's auf die eine Weiſe nicht, ſo verſucht man's eben auf eine andere. Auf den Paſtor kommt's vor allen Dingen an. Deshalb ſollte auch bei Viſitationen gefragt werden, ob der Paſtor, wenn kein Lehrer da iſt, ſelbſt Schule hält. Das iſt durchaus nothwendig. Schwieriger mag die Gründung von Gemeindeſchulen wohl im Oſten ſein, als im Weſten, wo meiſtens deutſche Einwanderer wohnen, oder wo man doch ſogleich angefangen hat, für chriſtlichen Unterricht zu ſorgen. Denn im Oſten haben nicht nur viele Gemeinden noch nie ihre eigenen Schu⸗ len gehabt, ſondern es gibt dort auch viele Paſtoren, welche niemals eine Ge⸗ meindeſchule beſucht haben und deshalb vielleicht nicht einmal das Geſchick haben, eine ſolche einzurichten. Dieſe müſſen zuerſt ein Herz bekommen für die Sache. Iſt das der Fall und ſteckt ihnen die Sache im Gewiſſen, ſo geht es mit der Gründung von Gemeindeſchulen vorwärts, wie die Erfahrung lehrt. Hierauf erklärte ein Paſtor aus einem engliſchen Diſtrict, auch er ſei überzeugt von dem Segen der Gemeindeſchulen, und obgleich er ſo wenig, wie ſeine Gemeindeglieder darin auferzogen ſei, ſo wünſche er mit denſelben ſehnlich, er hätte eine ſolche Anſtalt. Anfänglich ſei ihnen die Sache neu geweſen, und ſie hätten deshalb keine große Neigung dazu gehabt. Aber nachdem ihnen die Sache klar gemacht ſei, wären alle dafür. Aber in's Le⸗ ben getreten ſei eine Gemeindeſchule in ihrer Mitte noch nicht. In den Städten möge das wohl gehen, aber ſeine Glieder wohnten zu zerſtreut, als daß die Kinder in genügender Anzahl zuſammen kommen könnten. Es werde ſich das auch für den Augenblick nicht ändern laſſen. Uebrigens nehme auch er ſich der ihm befohlenen Jugend nach Kräften an und be⸗ gnüge ſich nicht mit Predigen, ſondern ſei oft drei bis vier Wochen abweſend von Hauſe, auch um entfernter wohnende Kinder in Gottes Wort zu unter⸗ richten. Er fühle ſich gedrungen, dieſe Verhältniſſe der Synodalconferenz offen mitzutheilen. Hierauf wurde erwiedert, wir Lutheraner der Synodalconferenz ſeien ja keine Geſetzestreiber. Man möge nur auf den Wortlaut der Theſe achten. Dort heißt es: „Es iſt ein ſchreiender Widerſpruch gegen das Bekenntniß, wenn eine kirchliche Körperſchaft keinen Ernſt und Eifer beweiſ't, ſo viel an ihr liegt, rechtgläubige Gemeindeſchulen in den Gang zu bringen.“ Mehr kann man auch von einem Paſtor nicht verlangen, als daß er thut, ſo viel an ihm liegt. Hindern dann die Umſtände das Zuſtandekommen, oder der Uebelſtand, daß die Leute den rechten Ernſt und die rechte Einſicht nicht haben, ſo iſt die Schuld nicht ſein. Wir werfen Synoden, die noch keine Gemeinde⸗