# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 17 — dieſelbe nicht benutzen? Freilich die Seminare thun es nicht, es müſſen auch Schüler da ſein. Und da gibt es noch manche Synoden, in denen ſich faſt niemand findet, der ſich zum Lehrer ausbilden laſſen will. Das ſollte beſſer werden. Wenn von manchen Leuten als Grund dafür, daß ſie ihre Kinder nicht zur Gemeindeſchule ſchicken, angeführt wird, dieſelben lernten zu wenig Eng⸗ liſch, ſo iſt dagegen zu bemerken, daß wir ja freilich recht ernſtlich ſorgen ſollen, daß unſere jungen Lehrer auch im Engliſchen tüchtig werden, aber daß der Grund doch nicht ſtichhaltig iſt. Zuerſt ſollen wir nach dem Reiche Gottes und nach ſeiner Gerechtigkeit trachten, ſo wird uns ſolches alles zu⸗ fallen. Man überſchätze auch die Leiſtungen der Staatsſchulen nicht. Oft leiſten die Gemeindeſchulen ſelbſt im Engliſchen ebenſoviel oder mehr. Für gute engliſche Lehrer zu ſorgen, ſollte beſonders Aufgabe der engliſchen Di⸗ ſtricte ſein. Unter den Deutſchen iſt es oft ſchwer, die Seminariſten ſoweit zu fördern, daß ſie in dieſer Hinſicht tüchtig ſind, weil dieſelben oft, ehe ſie in's Seminar kommen, gar kein Engliſch verſtehen. Sind ſie nun über⸗ haupt ſchwach begabt, ſo iſt es unmöglich, daß ſie unter ſolchen Umſtänden das wünſchenswerthe Ziel im Engliſchen erreichen. Aber dann ſind ſie gewöhn⸗ lich auch in den andern Fächern nur mittelmäßig. Wir können uns jetzt nicht mehr mit geringen Gaben begnügen. Die Zeiten ſind andere, die Anſprüche höher geworden. Darum muß ſich bei angehenden Seminariſten neben der Gottſeligkeit auch ein gutes Maß von natürlichen Gaben finden. Ein weiterer Hauptgrund, der uns zur Errichtung von Gemeindeſchulen treiben ſoll, iſt auch die Miſſion, die wir dadurch an den Kindern derer trei⸗ ben können, die nicht zu unſerer Kirche gehören. Die Erfahrung lehrt, daß viele ſolcher Kinder gewonnen werden können und auch nach der Confirma⸗ tion noch treu bleiben, während ja leider manche von den Kindern aus der Gemeinde abfallen. Das Verhältniß iſt wohl bei beiden Claſſen wenig ver⸗ ſchieden. Deshalb muß es ſich eine Gemeinde etwas koſten laſſen, Schulen zu errichten, und auch von Nichtgemeindemitgliedern nicht höheres Schulgeld fordern. So können wir ein großes Miſſionswerk treiben und durch die Kinder ſelbſt die Eltern gewinnen. Es läßt ſich erwarten, daß wir bei Vie⸗ len für ſolches Miſſionswerk ein freudiges Entgegenkommen finden werden, da die ſchrecklichen Früchte des Staatsſchulweſens, die Verwilderung und Unbotmäßigkeit der Jugend immer ſchrecklicher zu Tage treten und auch be⸗ reits von amerikaniſchen Schulleuten mit Schrecken wahrgenommen werden, ohne daß dieſe doch ein Heilmittel dagegen hätten. Auf ſolche Zuſtände können wir auch unſere Kirchglieder hinweiſen, wenn dieſe etwa in Ver⸗ ſuchung ſtänden, ihre Kinder in die Staatsſchulen zu ſenden. Daß übrigens chriſtliche Eltern ihre Kinder nicht in fremde Schulen ſchicken ſollen, bezeugt Georg Mylius, Profeſſor der Theologie in Witten⸗ berg, geſtorben 1607, wenn er ſchreibt: „Kirchen und Schulen gehören einmal zuſammen, und wird die Kirche