# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 16 — ſein Wort“ (nicht nur ſo reichlich gönnt, ſondern auch) „ſo mächtig und fruchtbar in Eurer Churfürſtlichen Gnaden Lande machet. Denn freilich Euer Churfürſtlichen Gnaden Lande die allerbeſten und meiſten Pfarrherren und Prediger haben, als ſonſt kein Land in aller Welt, die ſo treulich und rein lehren und ſo ſchönen Fried helfen halten. Es wächſet jetzunder daher die zarte Jugend von Knäblein und Mägdlein mit dem Catechismus und Schrift ſo wohl zugericht, daß mir's in meinem Herzen ſanft thut, daß ich ſehen mag, wie jetzt junge Knäblein und Mägdlein mehr lernen, gläuben und reden können von Gott, von Chriſto, denn zuvorhin und noch alle Stifte, Klöſter und Schulen gekonnt haben und noch können. Es iſt für⸗ wahr ſolches junges Volk in Euer Churfürſtlichen Gnaden Lande ein ſchönes Paradies, desgleichen auch in der Welt nicht iſt. Und ſolches alles bauet Gott in Euer Churfürſtlichen Gnaden Schooß zum Wahrzeichen, daß er Euer Churfürſtlichen Gnaden gnädig und günſtig iſt. Als ſollte er ſagen: Wohlan, lieber Herzog Johann, da befehle ich dir meinen edelſten Schatz, mein luſtiges Paradies, du ſollſt Vater über ſie ſein. Denn unter deinem Schutz und Regimente will ich ſie haben, und dir die Ehre thun, daß du mein Gärtner und Pfleger ſein ſollſt. Dagegen ſehe man auch an, was bei andern Fürſten ihr Wüthen Schaden thut an der lieben Jugend, daß ſie aus dem Paradies Gottes ſündliche, faule, zerriſſene Pfützen dem Teufel machen und verderben alles. Wiewohl dennoch viel fromme Leute heimlich unter ihnen ſind, die Euer Churfürſtlichen Gnaden Paradies und gelobtes Land ſehnſüchtig begehren und helfen dafür herzlich bitten.“ (Walch. XVI, 821. f.) Wie hier Sachſen geſchildert wird, ſo ſollte es auch bei uns ſtehen. Lauter Paradieſe ſollten unſere Gemeinden ſein, wo die jungen Himmels⸗ pflanzen aufwachſen, daß es eine Luſt iſt. Wir müſſen da auch vom Feinde lernen. Man bedenke doch, welche Mühe ſich ſeit den letzten dreihundert Jahren die Anhänger des römiſchen Antichriſts gegeben haben, und wie eifrig ſie ihre Lehren unter das junge Volk bringen! Welche Schande für uns, wenn wir weniger Eifer für die Wahrheit an den Tag legen wollten! Wir ſollten das ganze Land mit einem Netz von chriſtlichen Schulen überziehen und keine Mühe oder Opfer ſcheuen, dies herrliche Ziel zu erreichen. Wollen denn die Eltern ihre Kinder nicht ſchicken, ſo muß man zuletzt Kirchenzucht gegen ſie üben. Geht man nicht ſchließlich auch damit vor, ſo wird man freilich nicht zum Ziele kommen. Aus der großen Wichtigkeit der Gemeindeſchulen ergibt ſich weiter auch die Nothwendigkeit der Schullehrerſeminare. Wir können nicht den erſten beſten Mann herausgreifen und ihn in die Schule ſtellen, ſondern die Lehrer müſſen etwas Tüchtiges wiſſen auch in weltlichen Dingen. Das iſt aber nicht möglich, ohne daß ſie ſich gründlich vorbereitet haben. Wenn die Auf⸗ gabe auch ſchwer iſt, ſo ſind wir doch ſelige Leute, daß Gott uns Gelegenheit gibt, ſo Großes zu thun. Wie wollen wir es nun verantworten, wenn wir