# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 15 — Dieſe eindringlichen Worte müſſen alle gewiſſenhaften Eltern überzeugen und ihr Gewiſſen ſchärfen, daß ſie ſich wohl die Rechenſchaft vor Augen ſtellen, welche ſie geben müſſen. Es wird ihnen aber auch der Segen gezeigt, den ſie erlangen, wenn ſie ihre Kinder recht erziehen, wozu ihnen hauptſäch⸗ lich die Gemeindeſchule dient. Aber auch die Paſtoren müſſen dadurch zu regem Eifer getrieben werden, daß ſie ſich durch keine Mühe oder Schwierig⸗ keit abſchrecken laſſen. Hieher gehört auch Luthers Schluß⸗Wort in der Vor⸗ rede zum Kleinen Katechismus: „Darum hat es (das Predigtamt) nun viel mehr Mühe und Arbeit, Fahr und Anfechtung, dazu wenig Lohn und Dank in der Welt. Chriſtus aber will unſer Lohn ſelbſt ſein, ſo wir treulich arbeiten. Das helfe uns der Vater aller Gnade, dem ſei Lob und Dank in Ewigkeit durch JEſum Chriſtum, unſern HErrn. Amen.“ In der Generalſynode haben die Paſtoren freilich nicht viel Mühe. Wir in der Synodalconferenz haben aber, Gott ſei Dank! unſere Aufgabe erkannt. Da wird nun freilich unſer Amt viel ſchwerer. Aber wenn es leicht wäre, ſo hätte uns Gott auch nicht ſo köſtliche Verheißungen gegeben. Es iſt zwar ſchwer, Schule zu halten, aber Gott wird's vergelten, wenn wir es um der Kinder und um des Reiches Gottes willen thun. Von einer Seite wurde hervorgehoben, daß manchmal auch die Ge⸗ meinden einen treuen Seelſorger, der gern Schule halten wolle, nicht unter⸗ ſtützten, weil ſie die große Sünde, in der ſie ſtecken, nicht erkenneten oder ſich auch vom Teufel verblenden ließen, daß ſie die Sonntagsſchulen für aus⸗ reichend hielten. Dagegen wurde aber bemerkt, daß doch gewiß in jeder Ge⸗ meinde einige Hausväter bereit ſein würden, ihre Kinder in die Gemeinde⸗ ſchule zu ſchicken. Fange man mit dieſen an, ſo würde es nach und nach beſſer werden. Thue man das nicht, ſo müſſe die Gemeinde endlich auf⸗ hören. Doch die Erfahrung lehrt, daß die Eltern gewöhnlich ſehr erfreut ſeien, wenn ihr Paſtor ſich treulich der Kinder annehme. Darum müſſe man den Paſtoren das Gewiſſen ſchärfen, daß ſie ihren Gemeinden nicht nur ſelbſt ein gutes Beiſpiel gäben, ſondern ſie auch unabläſſig ermahneten. Schlimm ſtehe es, wenn Paſtoren ſelbſt ihre Kinder in die Staatsſchule ſchickten. Dann ſei freilich alles Ermahnen vergeblich. Man gebe zu, daß die Errichtung von Gemeindeſchulen in ſolchen Parochien, deren Glieder größtentheils aufgewachſen ſeien, ohne eine ſolche Pflanzſtätte der Kirche beſucht zu haben, ſchwer ſei und Kampf erfordere, aber zuletzt müſſe und werde man doch durchdringen, wenn man nur anhalte. Viel könnten in dieſer Sache auch die Viſitatoren nützen, denen dieſelbe dringend zur Be⸗ achtung zu empfehlen ſei. Wie groß aber der Segen iſt, der aus der Errichtung zahlreicher Ge⸗ meindeſchulen herfließt, zeigt ein Brief Luthers, den er von Coburg aus am 20. Mai 1530 an den Churfürſten Johann den Beſtändigen von Sachſen nach Augsburg ſchrieb. In dieſem Schreiben heißt es: „Ueber das, ſo zeiget ſich der barmherzige Gott noch gnädiger, daß er