# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 14 — ſelbſt, daß aus dem Mangel der Schulen der Kirche ſelbſt ein unerſetzlicher Verluſt erwachſe. Daher der Paſtor der Kirche mit höchſter Sorge darauf bedacht ſein muß, daß die in den ſeiner Paſtoralſorge übergebenen Orten be⸗ findliche Schule geſchickten Lehrern anvertraut werde. Wo aber die Dörfer nicht ſo beſchaffen ſind, daß ſie einen Schullehrer nähren können, ſo hat er ſich wenigſtens zu bemühen, ehrbare Gemeindeglieder zu finden, welche die Jugend während des Winters unterrichten, indem er ſie durch eine, wenn auch geringe, Vergütung aus der Kirchenkaſſe zu dieſer Arbeit einladet. Denn ohne Hilfe der Schulen kann die göttliche Erkenntniß und Gottſeligkeit auf keine Weiſe gepflanzt werden, alſo daß viele Paſtoren, wo keine Schul⸗ meiſter zu haben waren, dieſe ſo nothwendige, ſo heilſame Arbeit, von ihrem Gewiſſen dazu getrieben, auf ſich genommen haben, namentlich in der Win⸗ terszeit. Wo aber Schulen errichtet ſind, da iſt die Viſitation derſelben von Seiten des Paſtors durchaus nothwendig, theils damit der Schulmeiſter zu unermüdlichem Fleiße aufgemuntert, theils damit ihm die Art und Weiſe und der Weg, wie er die Unterweiſung treulich und mit Frucht anzuſtellen habe, gewieſen, theils daß ſonderlich das Mangelhafte am katechetiſchen Un⸗ terrichte ergänzt, theils endlich daß die Jugend ſelbſt angetrieben werde, täg⸗ lich größere Fortſchritte zu machen.“ Aus dem zweiten und dritten Grunde iſt freilich die Viſitation bei uns ſo nöthig nicht, da wir junge Leute genug haben, welche ſich jahrelang fleißig auf den Schuldienſt vorbereitet haben und daher wohl im Stande ſind, tüch⸗ tig zu unterrichten. Fecht fährt fort: „Der Paſtor der Kirche darf ſich den Ekel an der be⸗ ſchwerlichen Arbeit nicht abſchrecken laſſen, daß er nicht häufig ganze Stunden lang unter den Kleinen in der Schule ſitzen ſollte; er darf auch nicht blos dem Unterricht des Lehrers zuhören, ſondern muß ſelbſt Hand an's Werk legen, die Fleißigen loben und die Trägen ſchelten. Denn ſo legt er einen feſteren Grund zu der ſpäter in der Kirche ſelbſt vorzunehmenden katechetiſchen Unterweiſung. Ebenſo muß er täglich bemüht ſein, die ſorgloſen Eltern aufzuwecken, welche oft wenig für ihre Kinder beſorgt ſind, mögen dieſe immer⸗ hin wie die Thiere ohne alle Erkenntniß Gottes aufwachſen. Er muß den⸗ ſelben nämlich vor Augen ſtellen die Rechenſchaft, die ſie einſt zu geben haben werden, und den göttlichen Fluch, der ſich über ihr ganzes Hausweſen er⸗ gießen werde, wenn ſie hier ihre Pflichten verſäumen, und hingegen den Segen, wenn ſie ihre Kinder in der Furcht des HErrn auferziehen, dazu ſie hauptſächlich in der Schule angeleitet werden. Zwar ſcheint auf den erſten Blick dieſer Theil des Paſtoren⸗Amtes von geringer Wichtigkeit zu ſein; aber deſſen ſei nur gewiß, daß man aus dieſem Theile vor allem einen wahren Paſtor der Kirche von einem Miethling, und einen Paſtor nur dem Namen nach von einem wirklichen unterſcheiden könne. Denn wie kann der, welcher für den Grund keine Sorge trägt, um das Gebäude ſelbſt ernſtlich beſorgt ſein?“ (Instructio pastoralis, ed. a G. F. Fechtio, fil. Ed. II. 1722. pag. 199. seq.)