# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 13 — Ich habe das Meine gethan: ich wollte dem deutſchen Lande gerne gerathen und geholfen haben. Ob mich gleich etliche darüber werden verachten und ſolchen treuen Rath in Wind ſchlagen und Beſſeres wiſſen wollen, das muß ich ge⸗ ſchehen laſſen. Ich weiß wohl, daß andere könnten beſſer haben ausgerichtet; aber weil ſie ſchweigen, richte ich's aus, ſo gut ich kann. Es iſt ja beſſer dazu geredt, wie ungeſchickt es auch ſei, denn allerdinge davon geſchwiegen. Und bin der Hoffnung, Gott werde ja euer etliche erwecken, daß mein treuer Rath nicht gar in die Aſchen falle, und werden anſehn nicht den, der es redet, ſondern die Sache bewegen und ſich bewegen laſſen.“ (Schrift an die Raths⸗ herren aller Städte Deutſchlands, daß ſie chriſtliche Schulen aufrichten und halten ſollen. Anno 1524. Walch X. S. 536—543. 560 f.) Hieraus ſieht man, warum wir Schulmeiſter haben, und daß wir uns auch der Waiſen annehmen müſſen. Warum nennt ſich denn Gott der Waiſen Vater? Weil ſie ſonſt keinen haben. Denn die Vormünder ſorgen meiſt nur für das Leibliche; und doch müſſen die Kinder täglich in Gottes Wort unterrichtet werden. Da muß ſich die Kirche ihrer annehmen. Wenn wir aber ſagen, daß Synoden, welche keinen Ernſt und Eifer in der Aufrichtung von Gemeindeſchulen beweiſen, ſich in ſchreiendem Wider⸗ ſpruch gegen das Bekenntniß befinden, ſo iſt da beſonders auf die hervorge⸗ hobenen Worte zu achten. Es ſollen mit dieſem Satze nicht ſolche Körper⸗ ſchaften verurtheilt werden, in deren Mitte bis jetzt zwar noch wenig Ge⸗ meindeſchulen vorhanden ſind, welche ſich aber anſtrengen, auch in dieſer Hin⸗ ſicht das Rechte zu thun. Das aber muß verlangt werden. Es ſteht frei⸗ lich nicht mit directen Worten in den Symbolen, daß wir Gemeindeſchulen haben ſollen, aber es liegt im Geiſte derſelben. Denn wir ſollen ja ſorgen, daß Gottes Wort auch den Nachkommen erhalten werde. Wie wäre das nun möglich, wenn wir unſere Kinder dem Zufall überließen! Oder wenn wir meinten, es ſei genug, dieſelben in die Staatsſchule zu ſchicken und dann ein wenig mit Sonntagsſchule und Confirmandenunterricht nachzuhelfen! Das Schlimme iſt, daß hier ſo viele Secten und Religionspartheien ſind. Schicken wir nun unſere unerfahrenen Kinder in die Staatsſchulen, ſo müſ⸗ ſen ſie, abgeſehen von der Verweltlichung, welcher ſie anheim fallen, nothwen⸗ dig unioniſtiſch werden. Aber, frägt man, was ſollen denn ſolche Synoden thun, in denen die Schulſache noch im Argen liegt? Es muß vor allem über dieſe Sache auf den Synoden verhandelt werden, in den öffentlichen Blättern müſſen Artikel erſcheinen und Luthers Schriften müſſen verbreitet werden. Vor allem aber müſſen die Paſtoren, welche den Nothſtand erkennen, Hand an's Werk legen und nöthigenfalls ſelbſt Schule halten, ſoweit es ihnen möglich iſt. Das Letztere iſt ja auch früher in den beſſeren Zeiten der lutheriſchen Kirche geſchehen, wie Johannes Fecht, Profeſſor der Theologie in Roſtock, geſtorben 1716, bezeugt. Dieſer ausgezeichnete Gottesgelehrte ſchreibt: „Da die Schulen die Seminarien der Kirche ſind, ſo erhellt hieraus von