# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 11 — rika gedruckt ſind und in Luthers Volksbibliothek ſtehen. Leider hat dies ſchöne Werk außerhalb der Synode von Miſſouri noch keine rechte Verbrei⸗ tung gefunden. Als jene Schriften Luthers zum erſtenmale in Deutſchland herausgekommen waren, da war ihre Wirkung, daß das ganze Land mit Schulen überſäet wurde. Würden nun wir uns die Verbreitung derſelben auch recht angelegen ſein laſſen, ſo könnte hier ein ähnlicher Erfolg eintreten. Die letzte Urſache führt Luther folgendermaßen an: „Die dritte iſt wohl die allerhöchſte, nemlich Gottes Gebot, der durch Moſen ſo oft treibet und fordert, die Eltern ſollen die Kinder lehren, daß auch der 78. Pſalm, V. 4. f. ſpricht: ‚Wie hat er ſo hoch unſern Vätern geboten, den Kindern kund zu thun und zu lehren Kindes Kind!‘ Und das weiſet auch das vierte Gebot Gottes, da er der Eltern Gehorſam den Kindern ſo hoch gebeut, daß man auch durch's Gerichte tödten ſoll ungehorſame Kinder, 5 Moſ. 21, 21. Und warum leben wir Alten anders, denn daß wir des jungen Volkes warten, lehren und aufziehen? Es iſt nicht möglich, daß ſich das tolle Volk ſollte ſelbſt lehren und halten, darum hat ſie uns Gott befohlen, die wir alt und erfahren ſind, was ihnen gut iſt, und wird gar ſchwere Rechnung von uns für dieſelben fordern. Darum auch Moſes be⸗ ſiehlt 5 Moſ. 32, 7. und ſpricht: ‚Frage deinen Vater, der wird dir's ſagen; die Alten werden dir's zeigen.‘ Wiewohl es Sünde und Schande iſt, daß wir allererſt reizen und uns reizen ſollen laſſen, unſere Kinder und junges Volk zu ziehen und ihr Beſtes zu bedenken; ſo doch dasſelbe uns die Natur ſelbſt ſollte treiben und auch der Heiden Exempel uns mannigfältig weiſen. Es iſt kein unvernünftig Thier, das ſeiner Jungen nicht wartet und lehret, was ihnen gebühret, ohne der Strauß, da Gott von ſaget Hiob 39, 17., daß er gegen ſeine Jungen ſo hart iſt, als wären ſie nicht ſeine, und läßt ſeine Eier auf der Erde liegen. Und was hilft's, daß wir ſonſten alles hätten und thäten, und wären gleich eitel Heilige, ſo wir das unterwegen laſſen, darum wir allermeiſt leben, nemlich des jungen Volks pflegen?“ Was iſt das für ein Ausſpruch! Sobald ein Menſch zum Glauben ge⸗ kommen iſt, ſo iſt es Zeit, daß er in den Himmel kommt. Warum läßt ihn nun Gott noch auf Erden? Damit das junge Volk auch in den Himmel komme. So werden wir ſelbſt zu Heilanden! Weiter heißt es: „Ich achte auch, daß unter den äußerlichen Sünden die Welt vor Gott von keiner ſo hoch beſchweret iſt und ſo greuliche Strafe verdienet, als eben von dieſer, die wir an den Kindern thun, daß wir ſie nicht ziehen. Ja, ſprichſt du, ſolches alles iſt den Eltern geſagt; was gehet das die Rathsherren und Obrigkeit an? Iſt recht geredet; ja wie? wenn die Eltern aber ſolches nicht thun? Wer ſoll es denn thun? Soll es darum nachbleiben und die Kinder verſäumet werden? Wo will ſich da die Obrig⸗ keit und Rath entſchuldigen, daß ihnen ſolches nicht ſollte gebühren?“ Hiezu iſt zu bemerken, daß „Rathsherren“ und „Rath“ hierzulande und jetzt überſetzt werden muß mit „Gemeindeglieder“ und „Gemeinde“. Denn