# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 10 — mehr, damit eine Stadt zeitlichen Frieden und Gemach habe, warum ſollte man nicht vielmehr doch auch ſo viel wenden an die dürftige arme Jugend, daß man einen geſchickten Mann oder zweie hielte zu Schulmeiſtern? So laſſet nun dies die erſte Urſache ſein alle, liebe Herren und Freunde, die euch bewegen ſoll, daß wir hierin dem Teufel widerſtehen, als dem allerſchädlichſten heimlichen Feinde.“ Wir hier in Amerika erfahren es, welchen Sieg der Teufel errungen hat dadurch, daß er den amerikaniſchen Kirchen die Gemeindeſchulen genom⸗ men hat, ſo daß nun an die Stelle derſelben die Staatsſchulen getreten ſind. Die Kirchen aber haben den Verluſt gar nicht gemerkt, auch die Lutheraner nicht, die es doch hätten wiſſen ſollen, daß ſie ihre Kinder nicht wie die Heiden aufwachſen laſſen dürfen, damit ſie ſpäter etwa bei einem Campmeeting be⸗ kehrt werden, ſondern daß ihre Kinder getaufte Chriſtenkinder ſind, die mit Gottes Wort erzogen werden ſollen. Luther fährt fort: „Die andere (Urſache) iſt die, daß, wie St. Paulus ſaget 2 Cor. 6, 1., wir die Gnade Gottes nicht vergeblich empfahen und die ſelige Zeit nicht verſäumen. Denn Gott, der Allmächtige, hat fürwahr uns Deutſche jetzt gnädiglich daheimgeſucht und ein recht gülden Jahr aufge⸗ richtet. Da haben wir jetzt die feinſten, gelehrteſten jungen Geſellen und Männer, mit Sprachen und aller Kunſt gezieret, welche ſo wohl Nutzen ſchaf⸗ fen könnten, wo man ihrer brauchen wollte, das junge Volk zu lehren. Nun uns Gott ſo reichlich begnadet und ſolcher Leute die Menge gegeben hat, die das junge Volk fein lehren und ziehen mögen, wahrlich, ſo iſt es Noth, daß wir die Gnade Gottes nicht in Wind ſchlagen und laſſen ihn nicht umſonſt anklopfen. Er ſtehet vor der Thür; wohl uns, ſo wir ihm aufthun. Er grüßet uns; ſelig, der ihm antwortet. Verſehen wir's, daß er vorüber geht, wer will ihn wiederholen? . . .“ Und nun kommt die wahrhaft klaſſiſche Stelle: „Lieben Deutſchen, kaufet, weil der Markt vor der Thür iſt, ſammelt, weil es ſcheinet und gut Wetter iſt; brauchet Gottes Gnade und Wort, weil es da iſt. Denn das ſollt ihr wiſſen: Gottes Wort und Gnade iſt ein fah⸗ render Platzregen, der nicht wiederkommt, wo er einmal geweſen iſt. Er iſt bei den Jüden geweſen, aber hin iſt hin, ſie haben nun nichts. Paulus brachte ihn in Griechenland: hin iſt auch hin; nun haben ſie den Türken. Rom und lateiniſch Land hat ihn auch gehabt: hin iſt hin; ſie haben nun den Pabſt. Und ihr Deutſchen dürft nicht denken, daß ihr ihn ewig haben wer⸗ det; denn der Undank und Verachtung wird ihn nicht laſſen bleiben. Darum greifet zu und haltet zu, wer greifen und halten kann: faule Hände müſſen ein böſes Jahr haben.“ Das ſollen wir uns geſagt ſein laſſen, denn wir leben in einer goldenen Zeit. Niemand hindert uns, wahrhaft lutheriſche Gemeindeſchulen aufzu⸗ richten. Darum ſollen wir die Gelegenheit wohl benutzen. Uns dazu recht willig zu machen, dazu könnte ganz beſonders die Verbreitung der an⸗ geführten reformatoriſchen Schriften Luthers dienen, die auch hier in Ame⸗