# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 9 — „Soll die chriſtliche Kirche wieder aufkommen, ſo muß der Anfang ge⸗ macht merden mit rechter Unterweiſung der Kinder.“ Zu dieſem Ausſpruche muß ſich jeder Lutheraner von ganzem Herzen bekennen. In der Schrift an die Rathsherren gibt der theure Gottesmann drei Gründe an, welche uns bewegen ſollen, Schulen zu errichten, nämlich: 1. damit wir den Anſchlägen des Teufels widerſtehen; 2. damit wir die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen; 3. damit wir Gottes Gebote gehorſam ſeien. Die Worte Luthers lauten: „Der Teufel hat faſt weislich gethan zu der Zeit, da die Chriſten ihre Kinder chriſtlich aufzogen und lehren ließen: es wollte ihm der junge Haufe ſogar entlaufen und in ſeinem Reiche ein Unleidliches aufrichten: da fuhr er zu und breitete ſeine Netze aus, richtete ſolche Klöſter, Schulen und Stände an, daß es nicht möglich war, daß ihm ein Knabe hätte ſollen entlaufen, ohne ſonderliche Gotteswunder. Nun er aber ſiehet, daß dieſe Stricke durch Got⸗ tes Wort verrathen werden, fähret er auf die andere Seite und will nun gar nichts laſſen lernen. Recht und weislich thut er abermal für ſein Reich zu erhalten, daß ihm der junge Haufe ja bleibe. Wenn er denſelben hat, ſo wächſt er unter ihm auf und bleibet ſein; wer will ihm etwas nehmen? Er behält die Welt denn wohl mit Frieden innen. Denn wo ihm ſoll ein Schade geſchehen, der da recht beiße, der muß durchs junge Volk geſchehen, das in Gottes Erkenntniß aufwächſt und Gottes Wort ausbreitet und andere lehrt. Niemand, niemand gläubet, welch ein ſchädliches, teufliſches Vornehmen das ſei, und gehet doch ſo ſtille daher, daß niemand merket, und will den Schaden gethan haben, ehe man rathen, wehren und helfen kann. Man fürchtet ſich für Türken und Kriegen und Waſſern; denn da verſteht man, was Schaden und Frommen ſei: aber was hie der Teufel im Sinne hat, ſiehet niemand, fürchtet auch niemand, gehet ſtille herein. So doch hie billig wäre, daß, wo man einen Gülden gäbe wider den Türken zu ſtreiten, wenn ſie uns gleich auf dem Halſe lägen, hie hundert Gulden gegeben würden, ob man gleich nur einen Knaben könnte damit auferziehen, daß er ein rechter Chriſtenmann würde; ſintemal ein rechter Chriſtenmenſch viel beſſer iſt, mehr Nutzens vermag, denn alle Menſchen auf Erden. Derhalben bitte ich euch alle, meine lieben Herren und Freunde, um Gottes willen und der armen Jugend willen, wollet dieſe Sache nicht ſo geringe achten, wie viele thun, die nicht ſehen, was der Welt Fürſt gedenket. Denn es iſt eine große und ernſte Sache, da Chriſto und aller Welt viel an liegt, daß wir dem jungen Volke helfen und rathen. Damit iſt denn auch uns und allen geholfen und gerathen. Und denket, daß ſolchen ſtillen, heimlichen, tückiſchen Anfechtungen des Teufels will mit gro⸗ ßem chriſtlichen Ernſt gewehret ſein. Liebe Herren, muß man jährlich ſo viel wenden an Büchſen, Wege, Stege, Dämme und dergleichen unzählige Stücke