# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1858_S212 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 212 Von der Beförderung der Pastoren. er an diese oder jene Unannehmlichkeit des neu angetragenen Amtes, bald an die Last unablässiger Arbeit, bald darauf an die besondere Lage der Seinigen, wenn er hier oder dort wäre, und nicht Ein Mal blos, daß er treffliche Gönner und Freunde verlassen muß, welche er in seiner gegenwärtigen Stellung hat. Aber wer könnte alle diese Winkelzüge durchgehen? Namentlich weil die Bekannten und Freunde, welche man hat, nicht feiern, und der Teufel nicht ganz schweigt und verstummt, indem jene den Wegzug abrathen und das Herz muthlos, unschlüssig und unlustig machen, dieser aber, weil er sieht, daß ihm und seinem Reiche anderswo durch unsere Arbeit unter Gottes gnädigem Beistande größerer Schaden zugefügt werden wird, schafft Verzug auf Verzug, wirft durch geheimes Einflüstern neuen Aufschub, Hindernisse, Fesseln, Lockungen zum Bösen in den Weg und läßt nichts unversucht, was nur dienen kann, Gottes Werk zu hindern und den Zugang zu höherer Wirksamkeit zu verschließen. Damit wir nun die Mittelstraße gehen und denen beistehen, welche allein die Ehre Gottes und das Wohl der Kirche im Auge haben, und um einer bedürftigeren und zahlreicheren Gemeinde ihr Pfund mit reicheren Zinsen auf Wucher zu geben, einen an sie gelangten rechtmäßigen Beruf, der nicht durch Bitten von Verwandten (Eltern, Schwiegervater, Gattin ꝛc.) abgedrungen, nicht durch Geschenke erbettelt, der weder auf bloße Gunst anderer sich gründet, noch durch irgend welche andere Künste und Ränke erlangt ist, annehmen: so wollen wir einiges bemerken, welches für die vorliegende Sache von großem Werthe sein wird. Denn wenn auch ein Pastor nicht nach eigenem Willen hingehen kann und darf, wohin er will: so kann doch die Kirche, wenn es das allgemeine Beste erfordert, einen Pastor Hierhin oder dorthin verseßen, da das Wohl eines jeden einzelnen Theiles der Kirche in dem allgemeinen Besten aller eingeschlossen ist. Und zuerst ist es von selber klar, daß hier nicht von denen die Rede ist, welche blos den Pastoren helfen und nur eine Zeit lang einer Gemeinde dienen, um daselbst ihre Fähigkeiten auszubilden. Allein von dem Pastor, der die Sorge für eine Gemeinde im Herrn übernommen hat, dem auch die Heerde als ihrem Hirten anhängt, ist hier die Rede. Wir meinen daher einen ordentlich berufenen Pastor, der treulich sein Amt versieht und mit der zur Amtsführung nothwendigen Tüchtigkeit noch hinlänglich ausgerüstet ist, worin auch das eingeschlossen ist, was entweder zum innern Beruf des berufenen Dieners am Worte gehört, nämlich Fähigkeit und Willen, der Ehre Gottes und dem Heile der Menschen zu dienen, oder was sich auf den äußern Beruf der berufenden Gemeinde bezieht, was eben so viel Stücke sind, nämlich Wille zu behalten und Fähigkeit zu erhalten. Sodann ist die Lage der besondern Kirchen verschieden, indem einige Ruhe haben und nicht die Wuth der Ketzer und die Verfolgungen der Tyrannen noch die Landplagen des Kriegs oder der Pest fühlen: andere sind unter dem Druck und müssen entweder alle diese Uebel oder das eine oder andere