# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S50 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 50 — [?] einer Staatenſynode zuſammentreten werden, und [?] den Anfang dazu machen, nicht von ihren betreffen⸗ [?] ausgeſchloſſen ſein müßten. Doch ſoll keine Staatenſynode gebunden ſein, ſich an irgend eine der beſtehenden allgemeinen Synoden an⸗ zuſchließen. Sie kann auch ganz unabhängig daſtehen. 4. Die Pflege des Gymnaſial⸗Unterrichtes den Staaten⸗ Synoden zu überlaſſen. So wichtig nämlich ein gemeinſames Predigerſeminar iſt, ſo wenig nöthig iſt ein gemeinſames Gymnaſium. Gymnaſien könnten vielmehr in jedem Staate ſein. Als Luther einſt ſeine herrliche Schrift: „An die Rathsherren aller Städte deutſchen Landes, daß ſie chriſtliche Schulen auf⸗ richten und halten ſollen“, geſchrieben hatte, ſo gewaltig, wie wohl kaum Je⸗ mand es ihm nachthun kann, und dieſe Schrift faſt in allen lutheriſchen Familien Deutſchlands begierig geleſen wurde, da dauerte es nur wenig Jahre, und ganz Deutſchland war mit Gymnaſien wie überſäet. In jeder namhaften Stadt gab es Untergymnaſien, lateiniſche Schulen, aber es gab auch eine Menge vollſtändiger Gymnaſien. Jetzt ſind wir in derſelben Lage, wie Luther. Wir müſſen unſer Volk wieder für Gymnaſien begeiſtern. Aber daraus folgt nicht, daß ſich die Synodalconferenz damit beladen müſſe. Es würde das ihre Arbeit ohne erheblichen Nutzen vergrößern. Dafür können die einzelnen Staatenſynoden und Synodalverbände ſorgen. Bei dem Beſtehen vieler Gymnaſien könnte freilich das Maturitäts⸗ zeugniß für die theologiſche Anſtalt keine abſolute Gültigkeit haben. Welche Einrichtung deswegen zu treffen ſein möchte, wird leicht gefunden werden. 5. Mit dem deutſchen Geſammt⸗Predigerſeminar ein ſolches für die Engliſchredenden zu verbinden. Hierbei iſt unſer Gedanke nicht, eine organiſche, ſondern nur eine Verbindung beider Anſtalten auf demſelben Platze zu bewerkſtelligen. Wohl achtete man auf der Einen Seite eine Verſchmelzung der deutſchen und der engliſchen Anſtalt für wünſchenswerth, damit beide Sprachen von beiden Theilen gründlich erlernt werden könnten. Auf der anderen Seite aber hielt man dies für die Zukunft nicht rathſam. Man meinte, wohl ſei es von großem Nutzen, wenn durch Placirung beider Anſtalten auf einem Areal Gelegenheit geboten wäre, daß die deutſchen Studenten an einigen engliſchen Vorleſungen theilnehmen könnten und umgekehrt; aber nur vermittelſt eines rein engliſchen Seminars werden wir Prediger zurüſten, die unter den Amerikanern die rechte Wirkſamkeit entwickeln können. Merkt der Ameri⸗ kaner am Prediger den Ausländer, ſo koſtet es ihn, namentlich den Gebil⸗ deten, eine große Ueberwindung, den Prediger auch nur zu hören. Von an⸗ deren wichtigen Eigenſchaften eines amerikaniſchen Predigers hier nicht zu reden, die eben nur ein Amerikaner hat, oder die doch nur in rein engliſchen Anſtalten ſich erwerben laſſen, von ſelteneren Ausnahmen abgeſehen.