# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 48 — und einem Laien der einzelnen Synoden, zu erwählen, welche hierüber ſich be⸗ rathen und noch während der Sitzungszeit der Conferenz das Reſultat dieſer ihrer Berathungen vorlegen ſollte. II. Die Lehranſtalten. Auf Grund des Berichtes der Committee, welche ernannt worden war, um darüber Vorſchläge zu machen, wie es mit den Anſtalten zur Heranbildung von Paſtoren und Lehrern werden ſolle, falls ſich die gegenwärtigen Synoden auflöſen und nach Staaten abgegrenzte Synoden bilden, wurden folgende ſechs Punkte einſtimmig zum Beſchluß erhoben: 1. Die Synodalconferenz gibt ihren gegenwärtigen Synoden den Rath, die in ihren Territorien befindlichen Anſtalten zur Erziehung von Predigern aufzulöſen, ein Geſammt⸗ ſeminar zu errichten und dieſes unter die Controle der Synodalconferenz zu ſtellen. Zur Begründung dieſes erſten Punktes wurde Folgendes hervorgehoben: a. Es iſt dies eine Sache der Nothwendigkeit. Die drei beſtehenden Seminare können nicht mehr im Beſitze der jetzigen Eigenthümer bleiben, wenn Staaten⸗ ſynoden eintreten. Es werden ſich in jeder Staatenſynode ſolche finden, die als Glieder ihrer früheren Synode Antheil an deren Seminar hatten und dieſen Antheil auch gern behalten möchten. Da ſie denſelben aber nicht als Einzelperſonen haben können, ſo muß eine Einrichtung getroffen werden, daß alle Staatenſynoden Antheil an dem Seminar haben können. Es würden alſo bei der Einrichtung von Staatenſynoden alle beſtehenden Seminarien als Sonderinſtitute aufgegeben und zu Einem Seminar verſchmolzen werden müſſen. Dies iſt ein äußerlicher Grund. b. Wollen wir wirklich eine einige lutheriſche Kirche hier gründen, ſo kann dies gewiß durch nichts wirkſamer befördert werden, als durch Errichtung eines Predigerſeminars, in welchem alle in der Einen reinen Lehre unterrichtet werden. Bleiben verſchiedene Seminarien, ſo entſtehen nur zu leicht ver⸗ ſchiedene Richtungen als Vorläufer auch endlich aufkommender verſchiedener Lehren. Bliebe freilich die Zeit der erſten Liebe, ſo wäre jene Vorkehrung aller⸗ dings nicht ſo nöthig. Die Kirchengeſchichte lehrt uns, wie zu ſolcher Zeit der erſten Liebe der Heilige Geiſt alles mit ſeinen Gaben erfüllte, ſo daß es nicht nöthig war, noch ſolche beſonderen Maßregeln zur Erhaltung der Lehre zu ergreifen. Sie lehrt uns aber auch, daß die erſte Liebe meiſt gar bald ver⸗ laſſen wird. Luther ſagt von der reinen Lehre, ſie ſei wie ein fahrender Platzregen, der nicht lang an Einem Orte bleibe und nicht wiederkehre, da er einmal geweſen iſt. Welch eine Trägerin des reinen Lutherthums war bei Luther's Lebzeiten die Wittenberger Univerſität! Nach Luther's Tode aber wurde ſie die ſchlimmſte Verkehrerin. Und nun war es die Jenaer Univer⸗ ſität, die für die reine Lehre eintrat. Daß in Deutſchland ſo viele Univer⸗