# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 37 — Denn der HErr ſpricht zu einem Prediger: Du Menſchenkind, ich habe dich zum Wächter geſetzt, daß du den Gottloſen von meinetwegen warnen ſollſt. Wenn du nun nicht ſo predigſt, daß der, welcher zur Hölle gehört, es durch dich erfährt, und derjenige, der zum Himmel gehört, es nicht durch dich ver⸗ nimmt, ſo biſt du ſelbſt ein Kind der Höllen und ich will das Blut der ver⸗ wahrlosten Seelen von deiner Hand fordern. Es erfordert langjähriges Studium, um das Wort der Wahrheit recht theilen zu können und das Amt nach Gottes Willen zu verwalten. Da kommt denn nun ein ſolcher Stroh⸗ kopf her, der nichts weiß, und erfrecht ſich, er will ein Seelenarzt ſein, der die Leute vom Wege zur Hölle abbringen will, und er geht ſelbſt zur Hülle. Iſt das nicht entſetzlich? Ludwig Hartmann ſchreibt: „Kann jemand ſeinen Dienſt oder ſeine Amtsarbeit auf beſtimmte Jahre zuſagen? — Wir ſagen: nein. 1. Weil eine ſolche Berufung Gott, welcher beruft, verwegener Weiſe eine Friſt vorſchreibt, nach deren Ablauf er ſich von der Kirche, wie ſie ſich auch immer verhalten möge, verabſchieden wolle; wie es denn nicht die Sache eines Legaten iſt, ſeinem Herrn vorzuſchreiben, wie lange er ihn vertreten ſolle. 2. Weil fleiſchliche Rathſchläge dabei ſind, welche in dieſer Sache weit entfernt ſein ſollen; denn ein ſolcher denkt, wenn die Sache nicht nach Her⸗ zenswunſch ausfallen, noch Schätze zu ſammeln oder viele Widerwärtigkeiten zu ertragen ſein ſollten, dann werde er ſich aus dieſen Labyrinthen leicht herauswickeln. 3. Um ſehr vieler Nachtheile willen: denn wenn die Treue eines Paſtors der Kirche ſehr angenehm wäre, würde ſie desſelben un⸗ verſehens beraubt; auch weil durch jene häufige Veränderung die Kirchen⸗ güter bekanntlich ſehr verringert werden. — Wenn man nun ferner fragt, ob es erlaubt ſei, einen Diener des Wortes unter der beſtimmten Be⸗ dingung, wie lange, zu berufen, ſo daß, wenn der Patron den Paſtor nicht länger hören und dulden wolle, er fortgehen und an einen andern Ort wandern müßte? ſo antworte ich: Wir ſind Diener Gottes und dieſes Amt iſt Gottes, zu dem wir von Gott, obgleich durch Men⸗ ſchen, berufen werden; dieſes heilige Werk muß daher auf heilige Weiſe, nicht aber nach menſchlicher Willkür behandelt werden. Einen Schafhirten und Kuhhirten können die Menſchen auf eine Zeit miethen, und wenn ihr Dienſt nicht weiter gefällt, zur beſtimmten Zeit (aber nicht immer, wenn ſie wollen) entlaſſen: aber mit einem Seelenhirten ſo zu handeln, iſt in keines Menſchen Macht. Auch kann der Diener des Wortes ſelbſt auf ſolche Weiſe das heilige Amt nicht annehmen, will er nicht ein Miethling werden. Gewiß würden die, welche ſo berufen würden, das Amt nicht fleißig und treulich verrichten, ſondern Schmeichler werden und das, was den Leuten gefällt, ſagen, oder ſie müßten ſtündlich gewärtig ſein, daß ihnen der Dienſt aufgeſagt würde.“ (Pastorale ev. p. 104.) Der Prediger ſoll auch nicht denken: ich will mich nun nicht mehr länger mit den Leuten herumzanken, — ſondern gerade dann, wenn es in der Ge⸗