# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 34 — das Maul zu ſtopfen, 1 Tim. 3, 2., Tit. 1, 9. Zum anderen erinnert der Geiſt Gottes ausdrücklich, daß ſich derjenige fremder Sünden theilhaftig macht, welcher einer nicht hinreichend paſſenden Perſon die Hände auflegt, 1 Tim. 5, 22. Zum dritten, die Erfahrung bezeugt nur zu häufig, daß die⸗ jenigen, welche ohne Bildung (rudes) zum heiligen Amt zugelaſſen worden ſind, in ihrer Ungebildetheit bleiben, mögen ſie immerhin Fleiß im Lernen verſprochen haben. Zum vierten, was werden wir Gott antworten, wenn viele von den Zuhörern verloren gehen, ehe der Paſtor das gelernt hat, was er anderen einflößen ſoll? Ezech. 33, 1—3.“ (System. th. art. de min. fol. 375.) Wie wichtig es iſt, daß man gewiſſenhaft in der Ertheilung der Ordina⸗ tion handele, ergibt ſich aus der in dieſem Citat angeführten Stelle 1 Tim. 5, 22.: „Die Hände lege niemand bald auf; mache dich auch nicht theilhaf⸗ tig fremder Sünden.“ Setzen wir alſo ſolche unwiſſende und untüchtige Prediger in's Amt, ſo machen wir uns damit aller der Sünden und des Schadens theilhaftig, den ein ſolcher untüchtiger Menſch bei den Gemeinden anrichtet. Wehe der Synode, die Jeden aufnimmt, der zu ihr kommt und der gut zu ſchwatzen verſteht. Auch einer rechtſchaffenen Synode kann dies wohl einmal aus Verſehen ausnahmsweiſe paſſiren; doch, wo ſich ſolcher Mißgriff herausſtellt, ſchreitet ſie ſofort ein. Eine Synode aber, in der dies herrſchende Praxis iſt, iſt eine gottloſe Geſellſchaft. Es iſt fürwahr kein Spaß, Jemandem die Hand auflegen und ihm ſagen: Du wirſt hiemit zu einem Diener Gottes geweiht, der Gottes Wort bis in den Tod verkündigen ſoll. Wer nun weiß: ein ſolcher Menſch kanns nicht, er iſt entweder ungläubig oder laſterhaft oder unfähig, das Amt zu verwalten, und man thut es dennoch und legt ihm die Hand auf, der thut größere Sünde, als wenn er mit derſelben Hand Jemanden ermordete; denn ſolcher Prediger bringt die Seelen um das ewige Leben. Und man hat ihm hineingeholfen, und zwar bewußt. Alle diejenigen, die zu einer ſolchen Synode gehören und nicht dagegen ſchreien, machen ſich dieſer Sünden theilhaftig. Jakob Andreä ſagt: „Hiebei iſt zu lernen erſtlich, daß man niemand das Lehramt ſoll befehlen, es ſei denn auch der Mann danach. Denn am jüngſten Tage werden die müſſen dafür antworten, die Narren auf die Dörfer ſetzen und den armen Leuten ſo jämmerlich vorſtehen. Wenn die Pfarrherren nichts können, nichts wiſſen, was ſollen ſie denn andern lehren? Es wird auch am jüngſten Tage unſer HErr Gott aller derer Blut, die ver⸗ führet, von dieſer Leute Händen fordern, die ſie dazu gefördert haben. Und im Fall, daß man einen wollte fördern, und er weiß, daß er dazu un⸗ tüchtig iſt, ſoll er ſo vernünftig ſein und ſagen: Ich will's nicht thun. Soll ich mich eines Handwerks unterſtehen, das ich nicht kann? Wenn ich ein Schneider wäre, ich wollte nicht gerne einem ein Tuch verderben zu einem Paar Hoſen, ich geſchweige, daß ich dem geringſten Bauern ſeine Seele ver⸗ derben und verführen ſollte. Ich wollte lieber ein Stallbube bleiben oder ein