# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 30 — geringſten Brüdern, das habt ihr mir gethan.“ Sacharja 2, 8.: „Wer euch antaſtet, der taſtet ſeinen Augapfel an.“ Solche Gemeinden ſchlagen Chriſtum ſelbſt mit der Fauſt in ſeinen Augapfel. Wie aber ein König ge⸗ wißlich mit der Stadt Krieg anfängt, die ſeinen Legaten mißhandelt, ſo läßt Chriſtus nicht ſpielen mit ſeinem rechtgläubigen Diener und Geſandten: denn unter ihm liegt JEſus verborgen. Gott lohnt es hier mit allerlei Unglück und dort mit dem hölliſchen Feuer. Es iſt alſo ja wohl ein Prediger leicht fortzukriegen, aber Chriſtus geht mit hinweg, und mit dem Prediger, der vielleicht froh iſt, daß jener weg iſt und er die Gemeinde um der Pfründe willen bekommt, mit einem ſolchen Prediger kommt der Teufel in die Gemeinde hinein. Das braucht man nicht gerade zu ſehen, als ob etwa der Prediger leiblich beſeſſen wäre. O nein! Satan verſtellt ſich gern in einen Engel des Lichts, und ſcheinbar iſt in der Gemeinde große Zufriedenheit und Ruhe. Es iſt aber eine Ruhe, wie ſie unter den Todten auf dem Gottesacker herrſcht. Derweilen geht der Pre⸗ diger voran der Hölle zu, und die Gemeinde ihm nach. Denn wie kann ein Blinder dem Blinden den Weg weiſen, werden ſie nicht alle beide in die Grube fallen? Hier wird natürlich von der Gemeinde ſynekdochiſch geredet, nämlich für all die böſen Buben, die daran arbeiten, daß ein rechtſchaffener Prediger abgeſetzt wird. Es ſind ernſte Worte Luther's, welche er im Jahre 1543 an eine Ge⸗ meinde ſchrieb, die zwar noch nicht ſelbſt ihren Prediger abgeſetzt hatte, aber die Viſitatoren bewegen wollte, dies zu thun. Er ſchreibt: „Weil da kein andere Urſache und Schuld iſt, denn daß ihr einen Gram auf den Pfarrherrn geworfen habt ohne ſeinen Verdienſt, ja um ſei⸗ nen großen Verdienſt und treue Predigt willen, daß es nicht zu thun noch möglich ſein will, um eures Grams und unrechten Vornehmens willen einem ſolchen wohlbezeugten Pfarrherrn Gewalt und Unrecht zu thun und mit Dreck auszuwerfen. Ich kann die Viſitatoren nicht verdenken, daß ſie ſolches nicht thun, noch mit ſolchem Unrecht ihr Gewiſſen ums Teufels willen be⸗ ſchweren und mit euch (wo ſie in euer Vornehmen bewilligten) zum Teufel fahren ſollten. Ihr ſeid nicht Herrn über die Pfarrherrn und Predigtamt, haben ſie nicht geſtiftet, ſondern allein Gottes Sohn; habt auch nichts dazu gegeben, und viel weniger Recht daran, weder der Teufel am Himmelreich; ſollt ſie nicht meiſtern, noch lehren, nicht wehren zu ſtrafen. Denn es iſt Gottes, nicht Menſchen Strafen; der wills ungewehret, ſondern geboten haben; wartet eures Amts und laßt Gott ſein Regiment zufrieden, ehe er's euch lehre müſſen thun. Euer keiner iſt, der es leiden kann, daß ein Frem⸗ der ihm ſeinen Diener urlaube oder verjage, deß er nicht entbehren könnte. Ja, es iſt kein Hirtenbub ſo gering, der von einem fremden Herrn ein krumm Wort litte: allein Gottes Diener, der ſoll und muß jedermanns Höddel ſein und alles von jedermann leiden; dagegen man nichts von ihm, auch nicht Gottes ſelbſt Wort, will oder kann leiden. Solche Vermahnung wollet