# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 14 — heilige Abendmahl verweigern, es möchte ſonſt Spectakel in der Gemeinde entſtehen und der Prediger Geld dabei verlieren, zumal wenn der Ungläubige ein reicher Mann iſt, der viel zahlt. Daß die Seelen verloren gehen, darnach fragt er nichts. Würde es aber einer derjenigen ſein, die wenig oder nichts zahlen, ſo würde er wahrſcheinlich wenig Um⸗ ſtände machen und ihn von der Gemeinde ausſchließen. „Aber dieſe Geſellen müßten die rechten hohen Erzteufel ſein, die mir eitel Brod und Wein geben, und ließen mich's halten für den Leib und Blut Chriſti, und ſo jämmerlich be⸗ trögen. Das wäre zu heiß und zu hart; da wird Gott zu⸗ ſchmeißen in kurzem.“ So wurde das treue Herz Luther's empört durch ſolchen Greuel, daß er meinte, Gott könne nicht länger zuſehen. Jetzt denkt man, ſolche ſeien gerade die rechten Ver⸗ treter des Heilandes, ſie laſſen ſich auch als ſolche feiern, während ſie doch nur Vertreter der hölliſchen Schlange ſind. „Darum, wer ſolche Prediger hat oder ſich deß zu ihnen verſieht, der ſei gewarnt vor ihnen, als vor dem leibhaf⸗ tigen Teufel ſelbſt.“ (Warnungsſchrift an die zu Frankfurt a. M., ſich vor Zwingli'ſcher Lehre und Lehrern zu hüten. 1533. W. XVII, 2446.) Das iſt ein lutheriſches Zeugniß. Namentlich beim heiligen Abend⸗ mahl wird es offenbar, ob einer ein Falſchgläubiger ſei. Nimmt trotzdem eine Gemeinde einen ſolchen Mann auf und läßt ihn zum heiligen Abend⸗ mahl zu, ſo verſiegelt ſie dadurch ſeine falſche Lehre, ja, ſie tritt mit demſelben, in die innigſte Gemeinſchaft. Denn es gibt keine innigere Gemeinſchaft, als diejenige, in welche wir durch das heilige Abendmahl treten. Nichts iſt ſo innig verbunden als zwei Chriſten, weil derſelbe JEſus in ihnen iſt, alſo daß Chriſten in ihm gleichſam Eine Perſon werden. Von dieſem unausſprech⸗ lichen Geheimniß redet Paulus in den Worten 1 Cor. 10, 17.: „Denn Ein Brod iſts, ſo ſind wir viele Ein Leib, dieweil wir alle Eines Brodes theil⸗ haftig ſind.“ Daraus geht denn aber auch hervor, welch' ein ſchrecklicher Frevel es iſt, das Abendmahl dem zu geben, der in einem andern Glauben ſteht, als derjenige, der es ihm reicht. Kommen daher zu uns Leute aus anderen Kirchengemeinſchaften, ſo kann dies noch nicht für uns genügend ſein, daß ſie ſich unſer Bekenntniß ge⸗ fallen laſſen und Ja dazu ſagen, ſondern wir haben ſolche auch zu fragen, ob ſie die Irrthümer ihrer bisherigen falſchen Gemeinſchaften verwerfen. Sagen ſie: Nein, ſo können wir ſie weder in die Gemeinde aufnehmen, noch zum heiligen Abendmahl zulaſſen. Zum Feſthalten an der rechten Lehre ge⸗ hört auch dies, daß man die falſche Lehre verwirft. Verlangen wir das nicht auf das entſchiedenſte, ſo machen wir thatſächlich Union mit Falſchgläubigen und laſſen die Meinung in ihnen aufkommen, daß auch in unſerer Kirche Irrthümer Berechtigung haben. Es iſt auch unzweifelhaft wahr, daß derjenige, welcher den Gegenſatz nicht verwirft, den Satz ſelbſt nur ſcheinbar annimmt. Die Meiſten be⸗ kennen ſich zur reinen Lehre aus purer Gleichgültigkeit. Kämen ſie in ſolche