# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 13 — ſein wahres Blut dargereicht werde, dennoch dasſelbe reiche. Ich gebe ihm das Brod und ich weiß, er hält es nur für Brod. Ich gebe ihm den Kelch und er hält ihn für nichts als Wein. Wie muß es um einen ſolchen Paſtor beſtellt ſein! Luther ſagt mit Recht von ſolchen Menſchen: „In Summa, daß ich von dieſem Stücke komme, iſt mir's erſchrecklich zu hören, daß in einerlei Kirchen oder bei einer⸗ lei Altar ſollten beider Theil einerlei Sacrament holen und empfahen, und ein Theil ſollte gläuben, es empfahe eitel Brod und Wein, das andere Theil aber gläuben, es empfahe den wahren Leib und Blut Chriſti. Und oft zwei⸗ fele ich, ob's zu gläuben ſei, daß ein Prediger oder Seel⸗ ſorger ſo verſtockt und boshaftig ſein könnte und hiezu ſtill⸗ ſchweigen, und beide Theil alſo laſſen gehen, ein jegliches in ſeinem Wahn, daß ſie einerlei Sacrament empfahen, ein jegliches nach ſeinem Glauben“ ꝛc. In der heutigen Zeit ſagt man von ſolchem Prediger zum größten Theil: Was iſt das doch für ein lieber Mann! der iſt nicht ſo ſteif und ſtarrköpfig, wie die Altlutheraner, ſondern liberal. Er gibt Jedem das heilige Abendmahl, er will Niemand von ſich ſtoßen. Aber Luthern iſt dies erſchrecklich geweſen zu hören, daß es Prediger gibt, die da ſagen können: Jeder nehme das Abendmahl nach ſeinem Glauben. Das iſt ein Teufel in Engelsgeſtalt. Solcher gottloſe Bube thut es nur um des Geldes willen. Ein treuer lutheriſcher Prediger aber würde lieber ſterben, als ſo das heilige Abendmahl zu reichen. Er fürchtet ſich vor Gott, der möchte ihn um ſolches Frevels willen ſtrafen. Denn ſolche Handlungsweiſe iſt viel ſchlimmer, als wenn man die Hoſtie in eine Pfütze würfe. Dieſe iſt nicht ſo unfläthig, als der Mund eines Ungläubigen, ja, Reinigkeit dagegen. Wie tief iſt doch unſere Zeit geſunken! Jetzt wird es für greulich und unchriſtlich gehalten, wenn man nicht einem Jeden den Leib Chriſti in den Mund geben will. Welch' eine entſetzliche Verblendung! Jedes kleine Kind, das den lutheriſchen Katechismus kennt, muß wiſſen, daß dies gottlos ſei. Und doch iſt dies jetzt nicht nur bei den Unirten allge⸗ meine Praxis, ſondern es findet ſich dieſelbe auch z. B. im General Council. Obgleich dasſelbe ſich vergeblich um der falſchen Lehre und Praxis willen von der Generalſynode geſchieden hat, duldet es doch falſche Lehre und Praxis. „Iſt aber etwa Einer, der muß ein Herz haben, das da härter iſt, denn kein Stein, Stahl, noch Demant; der muß freilich ein Apoſtel des Zorns ſein.“ Ein furchtbares Wort! Wenn nämlich ein Menſch oder eine Gemeinde Gottes Wort verachtet, dann ſendet Gott ſolche Prediger. Und gerade ſie, welche die Welt für die allerfreundlichſten hält, ſind die größten Feinde der Chriſten, ſie ſind Apoſtel des Zorns, die Gott in ſeinem Zorn geſandt hat. „Denn Türken und Jüden ſind viel beſſer, die unſer Sacrament leugnen und (dies) frei bekennen; denn damit bleiben wir unbetrogen von ihnen und fallen in keine Ab⸗ götterei.“ Ein ehrlicher Zwinglianer iſt zehnmal beſſer, als ein ſolcher Namenlutheraner, der vorwendet, er wolle die Gewiſſen derer nicht beherrſchen, die das nicht glauben, was er glaubt; ſo etwas müſſe man dulden, vollends dürfe man nicht darum Jemandem das