# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1876_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 7 — Anmerkung: Nicht ſchlechthin erforderlich für lutheriſche Kirchen⸗ gemeinſchaft iſt die Annahme der andern lutheriſchen Bekenntnißſchriften, ſo⸗ fern nicht geleugnet wird, daß dieſe im rechtgläubigen Zuſammenhange mit der ungeänderten Augsburgiſchen Confeſſion ſtehen. Theſis 3. Weil die ungeänderte Augsburgiſche Confeſſion (die in ihrer Ent⸗ ſtehung ebenſo hiſtoriſch⸗particular, als in ihrem Lehrgehalt ökumeniſch iſt) in allen ihren Artikeln des Glaubens die reine und ungefälſchte Erklärung und Darlegung des göttlichen Wortes, nach Lehre und Wehre, iſt, ſo ſind die Gewiſſen aller Lutheraner, es ſeien Einzelne oder Gemeinden oder kirch⸗ liche Körperſchaften, an ſie gebunden. Theſis 4. Demgemäß iſt es keine rechtgläubige lutheriſche Gemeinde oder luthe⸗ riſche kirchliche Körperſchaft, die nicht die lehrenden und wehrenden Worte dieſes Bekenntniſſes annimmt, wie ſie lauten. Theſis 5. Auch wer die Verbindlichkeit der aus den Worten dieſer Confeſſion folge⸗ richtig ſich ergebenden Schlüſſe leugnet, iſt kein wahres Glied der lutheriſchen Kirche, wenn er gleich widerrechtlich den lutheriſchen Namen feſthält. Theſis 6. Aus der Art und Natur dieſes rechtgläubigen Bekenntniſſes erfolgt mit Nothwendigkeit, daß die kirchliche Praxis demſelben gemäß ſei. Denn jede kirchliche Handlung muß entweder ein unmittelbarer Ausdruck und that⸗ ſächliche Verwirklichung des Bekenntniſſes ſein oder darf doch dem Bekennt⸗ niß nicht thätlich widerſprechen. Theſis 7. Aus dieſem nothwendigen Zuſammenhang zwiſchen Bekenntniß und Praxis ergibt ſich folgerichtig, daß eine wahrhaft lutheriſche Synode mit keiner andern lutheriſch ſich nennenden Synode zu einer kirchlichen Körper⸗ ſchaft ſich verbinden darf, in welcher die herrſchende Praxis dem Bekenntniß widerſpricht. Theſis 8. Dieſer Widerſpruch kann auf mehrfache Weiſe ſtattfinden. Er findet erſtlich Statt, wenn eine lutheriſche kirchliche Körperſchaft, die ſich aus⸗ und nachdrücklich zu den ſymboliſchen Büchern bekennt, dennoch Kanzeltauſch mit nicht⸗lutheriſchen Predigern und Abendmahlsgemeinſchaft mit Nicht⸗Luthe⸗ ranern in ihrer Gemeinſchaft duldet oder gar genehmhält und gutheißt, und nicht jeder Form des Chiliasmus entſchieden entgegentritt.