# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1875_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 18 — ſchrecklicher iſt's, wenn ein lutheriſcher Prediger denen das heilige Abendmahl reicht, die die Gegenwart des Leibes und Blutes Chriſti im heiligen Abend⸗ mahl leugnen und dadurch Chriſti Leib und Blut ſchänden. Worte reichen nicht hin, ſolch Vornehmen eines ſolchen Elenden zu bezeichnen, der da be⸗ kennt, er glaube, daß er den heiligen Leib Chriſti austheile, daß er das Blut Chriſti, des Sohnes Gottes, das am Kreuz zur Verſöhnung der Welt gefloſſen iſt, in ſeiner Hand halte, und reicht es Solchen, die es für bloßes Bäckerbrod und für gewöhnlichen berauſchenden Wein anſehen. Den Leib Chriſti in den Koth zu werfen, wäre nicht ſo ſchrecklich, denn Koth iſt nicht ſo ſchmutzig, wie der Mund eines Ungläubigen. Es fordert darum die Gewiſſenhaftigkeit, daß ein Paſtor bei Solchen, die von auswärts kommen und ſich nun zum heiligen Abendmahl anmelden, wohl nachfrage, ob ſie auch mit uns die rechte Lehre vom heiligen Abendmahl bekennen. Wollen Reformirte die ſchriftwidrige Lehre der reformirten Kirche nicht verwerfen und doch durch den Abendmahlsgenuß bei Lutheranern in die lutheriſche Kirche übertreten, ſo ſind ſie abzuweiſen. Es iſt aber nicht genug, die groben Zwinglianer abzuweiſen, ſondern es muß dies auch bei den feinen Calviniſten geſchehen, die mit ihrer falſchen Lehre ſich ſo gerne hinter lutheriſchen Bekenntnißworten verſtecken; denn Calvin unterſchrieb es auch, daß der Leib Chriſti im heiligen Abendmahl empfangen wird, und be⸗ hauptete doch darneben, Chriſti weſentlicher Leib ſei vom Brod ſo weit ent⸗ fernt, wie der Himmel von der Erde. Solche falſche Geiſter muß man fragen, ob ſie mit uns bekennen, daß auch ein Judas den Leib Chriſti mündlich (oraliter) genieße. Wirft man ein, die mündliche Nießung des Leibes und Blutes Chriſti ſei doch eine zu grobe und ſinnliche Vorſtellung: ſo können wir darauf hinweiſen, daß wir das ewige Wort Gottes mit dem Ohre hören, aber durch das Ohr wird es der Seele zugeführt; alſo wird auch dieſe Seelenſpeiſe des Leibes und Blutes Chriſti durch den Mund der Seele zugeführt. Es muß ſolche Abendmahlszucht auch bei denen ihre Anwendung finden, die wohl unſern Glauben vom heiligen Abendmahl theilen, aber ſich nicht abhalten laſſen wollen, zu anderen Zeiten und an anderen Orten ſich auch andersgläubigen und unirten Gemeinden anzuſchließen; denn Solche geben dadurch den Schein, als ob ſie mit der falſchen Lehre einverſtanden wären, und beſtärken die Falſchgläubigen in ihrem Irrthum. Läßt ſichs nun ein Paſtor nicht mit heiligem Ernſt angelegen ſein, Andersgläubige von ſeinem Altar fern zu halten, läßt er die Schranken der Abendmahlszucht aus Bequemlichkeit oder Menſchengefälligkeit fallen, ſo werden ſolche Gemeinde⸗ glieder an jenem Tage ihren Prediger verklagen, daß er ihr Gewiſſen nicht berichtigt, ſondern ſie auf dem Irrwege gelaſſen und betrogen hat. Dadurch, daß man mit Gottes Wort ernſt umgeht, geſchieht den Seelen kein Schaden, und wo es den Anſchein hat, können wir die Verantwortung getroſt Gott überlaſſen, der uns an ſein Wort gebunden hat. Aber durch die Schuld ſolcher Prediger, die in der Anwendung des Wortes Gottes lau ſind und