# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1875_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 17 — fand auch bei dem Sacrament des Alten Bundes, dem Paſſahlamm, ſtatt, denn kein Fremder, Keiner, der nicht mit dem Volke Gottes eines Glaubens war, durfte zugelaſſen werden. Der Apoſtel ſagt (1 Cor. 11.) von den Chriſten, daß ſie durch das Eſſen und Trinken im heiligen Abendmahl den Tod des HErrn verkündigen. Wenn nun die Theilnahme am heiligen Abendmahl ein Verkündigen des Todes Chriſti iſt, ſo tritt ein Jeder dadurch mit uns in Bekenntnißgemeinſchaft. Nehmen nun Solche, die andern Glau⸗ bens ſind, daran Theil, ſo iſt es Trug und Heuchelei, und der Prediger ſün⸗ digt ſchwerlich, der ſich daran betheiligt. Daß nun Abendmahlsgemeinſchaft Bekenntnißgemeinſchaft iſt, die ein Lutheraner ja unmöglich mit Anders⸗ gläubigen halten kann, bezeugt auch St. Paulus 1 Cor. 10, 18.: „Welche die Opfer eſſen, ſind die nicht in der Gemeinſchaft des Altars?“ d. h. Wer von dem Opfer auf dem Altar iſſet, der tritt in die Gemeinſchaft der Religion, da das Opfer gebracht wird; denn der Altar iſt das Symbol des Gottes⸗ dienſtes und der Religion. Wenn nun Jemand das heilige Abendmahl bei uns genießt und durch die thatſächliche Bekenntnißgemeinſchaft ein Glied unſerer Gemeinde wird, aber im Mund und Herzen in Wahrheit nicht das gleiche Bekenntniß hat, da heucheln Prediger und Gemeindeglied gemein⸗ ſchaftlich und treiben am Altar ſchrecklichen Spott mit dem Heiligen. Luther legt dawider ein gewaltiges Zeugniß ab, wenn er an die zu Frankfurt ſchreibt: „Und in Summa, daß ich von dieſem Stücke komme, iſt mir's erſchrecklich zu hören, daß in einerlei Kirchen, oder bei einer⸗ lei Altar, ſollten beider Theil einerlei Sacrament holen und empfahe eitel Brod und Wein; das andere Theil aber gläuben, es empfahe den wahren Leib und das Blut Chriſti. Und oft zweifle ich, ob's zu gläuben ſei, daß ein Prediger oder Seelſorger ſo verſtockt und boshaftig ſein könnte, und hiezu ſtill ſchweigen, und beide Theile alſo laſſen gehen, ein jegliches in ſeinem Wahn, daß ſie einerlei Sacrament empfahen, ein jegliches nach ſeinem Glauben ꝛc. Iſt aber etwa einer, der muß ein Herz haben, das da härter iſt, denn kein Stein, Stahl und Demant, der muß freilich ein Apoſtel des Zorns ſein. Denn Türken und Jüden ſind viel beſſer, die unſer Sacrament leugnen und (dies) frei be⸗ kennen; denn damit bleiben wir unbetrogen von ihnen und fallen in keine Abgötterei. Aber dieſe Geſellen müßten die rechten hohen Erzteufel ſein, die mir eitel Brod und Wein geben, und ließen michs halten für den Leib und Blut Chriſti, und ſo jämmerlich betrögen. Das wäre zu heiß und zu hart; da wird Gott zuſchmeißen in kurzem. Darum, wer ſolche Prediger hat, oder ſich deß zu ihnen verſiehet, der ſei gewarnet vor ihnen, als vor dem leibhhaftigen Teufel ſelbſt.“ (Warnungsſchrift an die zu Frankfurt. 1533. XVII, 2446.) Luther ſagt hier: Der fällt in Abgötterei, der bei einem Zwinglianer zum heiligen Abendmahl geht, weil er nämlich das für Chriſti, des Sohnes Gottes, Leib und Blut hält, was doch nur Brod und Wein iſt. Noch