# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1875_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 15 — man erklären: Ihr begeht eine Lüge und verleugnet euer Bekenntniß mit eurer That. Iſt Einer redlich, ſo wird ein entſchiedenes fortgeſetztes, that⸗ ſächliches Zeugniß ihm am beſten helfen, von der falſchen Gemeinſchaft loszukommen. Es werden in unſerer Theſe drei Kennzeichen der falſchen Lutheraner angeführt: Erſtens Kanzeltauſch mit nicht⸗lutheriſchen Predigern. Dieſen will das General Council nach ſeiner eigenen Erklärung nicht aufgeben. Er gehört zu den berühmten oder vielmehr berüchtigten vier Puncten. Wer aber ſolchen Kanzeltauſch mit nicht⸗lutheriſchen Predigern übt, der hält ſeine Lehre nicht für allein richtig, ſondern höchſtens für wahrſcheinlich. Luther ſagt: „Wider⸗ ſprecht den muthwilligen Geiſtern, ſonſt iſt euer Bekenntniß nur ein Larven⸗ werk und nichts nütze. Wer ſeine Lehre, Glauben und Bekenntniß für wahr, recht und gewiß hält, der kann mit andern, ſo falſche Lehre führen oder der⸗ ſelben zugethan ſind, nicht in einem Stalle ſtehen, noch immerdar gute Worte dem Teufel und ſeinen Schuppen geben. Ein Lehrer, der zu den Irrthümern ſtille ſchweigt und will gleichwohl ein rechter Lehrer ſein, der iſt ärger, denn ein öffentlicher Schwärmer, und thut mit ſeiner Heuchelei größern Schaden, denn ein Ketzer, und iſt ihm nicht zu vertrauen. Er iſt ein Wolf und ein Fuchs, ein Miethling und ein Bauchdiener und darf Lehre, Wort, Glauben, Sacrament, Kirchen und Schulen übergeben und verachten. Er liegt ent⸗ weder mit den Feinden heimlich unter Einer Decke, oder iſt ein Zweifler und Windfaher und will ſehen, wo es hinaus wolle, ob Chriſtus oder der Teufel ob⸗ ſiegen werde; oder iſt ganz und gar bei ſich ſelbſt ungewiß und nicht würdig, daß er ein Schüler, will geſchweigen ein Lehrer heißen ſolle, und will niemand erzürnen noch Chriſto ſein Wort reden, noch dem Teufel und der Welt wehe thun.“ (Geſpräch mit Dr. Georg Major. Walch. XVII, 1477.) Dies iſt ein gewaltiges Zeugniß wider ſolche falſche Lutheraner. Ihr Bekenntniß iſt nur Larvenwerk. Es lebt nicht derſelbe Glaube im Herzen, wie bei Luther, wenn man zu den Irrthümern ſtille ſchweigt oder gar falſche Geiſter für ſich predigen läßt. Mag ein ſolcher gleich das rechte Bekenntniß haben, er iſt dennoch ein Wolf und ein Fuchs. Er ſteckt entweder mit den Feinden unter Einer Decke, oder iſt ein Skeptiker und will mit dem Wind fahren, ſehen, wer endlich gewinnt, um es mit ihm halten zu können. Er taugt nicht zum Schüler, viel weniger zu einem Lehrer und Prediget. Er ver⸗ einigt ſich mit denen, mit welchen Gott keine Gemeinſchaft hat. Denn Pſalm 94, 20. heißt es: „Du wirſt ja nimmer eins mit dem ſchädlichen Stuhl, der das Geſetz übel deutet.“ Stuhl heißt hier Lehrſtuhl oder Kanzel. Unter Kanzelgemeinſchaft verſteht man jetzt diejenige Unſitte, da man Predigern anderer Confeſſionen gelegentlich das Lehramt in ſeiner Gemeinde überläßt. Falſche Lehrer ſoll man nach Gottes Wort meiden, ſich vor ihnen hüten und ſie nicht brüderlich grüßen. Wie kann da ein Prediger einen falſchen Lehrer auf ſeine Kanzel laſſen, oder eine Gemeinde ihn hören! Das Council wen⸗