# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1875_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 12 — nicht von Herzen kommt und daß es ihr kein Ernſt mit ihrem Bekennen iſt. Denn wer nicht nach ſeinem Bekenntniß handelt, der offenbart damit, daß er entweder aus Kirchenpolitik oder auch aus Unkenntniß der Tragweite und Folgerungen, die aus ſeinem Bekenntniß fließen, die ſeinem Bekenntniß ge⸗ mäße Praxis unterläßt. Wir können keine ſolche lutheriſch ſich nennende Körperſchaft, in welcher die herrſchende Praxis dem Bekenntniß widerſpricht, für eine wahrhaft, rein oder treu lutheriſche Synode anerkennen und dürfen auch keine Glaubens⸗ und Kirchengemeinſchaft mit derſelben pflegen, ſondern müſſen unabläſſig ſolche thatſächliche Heuchelei und Verleugnung des Bekenntniſſes ernſtlich ſtrafen. Daß mit ſolchen Körperſchaften keine kirchliche Verbindung eingegangen werden darf, bezeugen unſere Bekenntniß⸗ ſchriften in der Concordienformel Art. X. Hier werden die Interimiſten, welche in den Adiaphoris (oder Mitteldingen) den Feinden der Wahrheit nachgaben und ſich mit ihnen verglichen, verworfen. Dieſe Adiaphoriſten wollten keine ſolche Thoren ſein und zur Zeit der Verfolgung wegen ſolcher Mitteldinge ſich den Feinden und der Macht des Kaiſers entgegenſtellen. Dagegen ſagt unſer Bekenntniß: „Wie auch unter die rechten freien adiaphora oder Mitteldinge ſollen gerechnet werden ſolche Ceremonien, die den Schein haben oder, dadurch Verfolgung zu vermeiden, den Schein fürgeben wollten, als wäre unſere Religion mit der papiſtiſchen“ (oder ſonſt einer irrgläubigen) „nicht weit von ein⸗ ander, oder wäre uns dieſelbe ja nicht hoch entgegen; oder wenn ſolche Ceremonien dahin gemeinet, alſo erfordert oder“ (doch) „auf⸗ genommen“ (werden), „als ob damit und dadurch beide wider⸗ wärtige Religion verglichen und ein Corpus worden, oder wiederum ein Zutritt zum Pabſtthum und ein Abweichen von der reinen Lehre des Evangelii und wahren Religion geſchehen oder gemächlich daraus folgen ſollte. Denn in dieſem Fall ſoll und muß gelten, das Paulus ſchreibt 2 Cor. 6.: Ziehet nicht am fremden Joch; was hat das Licht für Gemeinſchaft mit der Finſterniß? Darum gehet aus von ihnen und ſondert euch ab, ſpricht der HErr.“ Wenn hier unſer Bekenntniß von der papiſtiſchen Religion redet, ſo gilt dies auch von jeder andern falſchen Religion. Auch vor dem Scheine, als ob wir in ſolchen Mitteldingen mit den Reformirten und neu entſtande⸗ nen Secten einig wären, haben wir uns ſorgfältig zu hüten. Jeder muß es ſogleich erkennen können, daß wir keine Secten, keine Baptiſten, keine Metho⸗ diſten, keine Biſchöflichen u. ſ. w. ſind. Die bekenntnißtreuen Lutheraner wollten mit den Interimiſten oder Adiaphoriſten keine glaubensbrüderliche Gemeinſchaft pflegen. Wenn ſich daher ein Glied von einer ſolchen Ge⸗ meinde losſagte und zu den treuen lutheriſchen Predigern kam, ſo wurde dasſelbe aufgenommen. Denn die Adiaphoriſten wurden zu den falſchen Lehrern gerechnet und mit den Papiſten, Calviniſten, Synergiſten, Majoriſten und Schwenkfeldianern auf gleiche Stufe geſtellt, obgleich ſie ſich lutheriſch