# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1875_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 11 — Den Reformirten gegenüber iſt das Brodbrechen kein Act der chriſtlichen Freiheit. Denn ſie ſagen, wenn man das Brod im heiligen Abendmahl nicht breche, ſo ſei es kein rechtes Abendmahl, ſie machen dies zu einer ſymboliſchen Handlung, als hätte Chriſtus uns damit ſein Leiden und Sterben ſymboliſch darſtellen wollen. Dadurch wollen ſie die wahre Gegenwart des Leibes und Blutes Chriſti im heiligen Abendmahl leugnen, dasſelbe zu einer bloßen Gedächtnißfeier machen und alſo die Wahrheit des Evangeliums verleugnen. Würden wir ihnen in dieſem Stücke weichen, ſo müßten wir in ihren Irr⸗ thum willigen und unſere chriſtliche Freiheit daran geben. Wir ſehen dem⸗ nach: jede kirchliche Handlung muß ſo beſchaffen ſein, daß ſie dem kirchlichen Bekenntniß nicht widerſpricht. Nach unſerer Theſe wird zweierlei gefordert: 1. muß jede kirchliche Handlung dem Bekenntniß entſprechend ſein und 2. darf ſie dem Bekenntniß nicht thätlich widerſprechen. Darum heißt es in unſerer Theſe: Jede kirchliche Handlung iſt entweder ein unmittelbarer Aus⸗ druck und thatſächliche Verwirklichung des Bekenntniſſes oder darf doch dem Bekenntniß nicht thätlich widerſprechen. Unter dieſe beiden Kategorien laſſen ſich alle kirchlichen Handlungen bringen. Dieſen Grundſatz geben auch Alle zu. Da es aber ein Widerſpruch zu ſein ſchien, daß nach der Theſe ſich etwas auf dem Gebiet der chriſtlichen Freiheit bewege und zugleich dem Be⸗ kenntniß widerſprechen könne, ſo wurde die Theſe mit Weglaſſung der bean⸗ ſtandeten Worte in folgender Form einſtimmig angenommen: „Aus der Art und Natur dieſes rechtgläubigen Bekenntniſſes erfolgt mit Nothwendigkeit, daß die kirchliche Praxis demſelben gemäß ſei. Denn jede kirchliche Handlung muß entweder ein unmittelbarer Aus⸗ druck und thatſächliche Verwirklichung des Bekenntniſſes ſein oder darf doch dem Bekenntniß nicht thätlich widerſprechen.“ Theſis 7. Aus dieſem nothwendigen Zuſammenhang zwiſchen Bekenntniß und Praxis ergibt ſich folgerichtig, daß eine wahrhaft lutheriſche Synode mit keiner andern lutheriſch ſich nennenden Synode zu einer kirchlichen Körper⸗ ſchaft ſich verbinden darf, in welcher die herrſchende Praxis dem Bekennt⸗ niß widerſpricht. Fragt man: warum darf dies nicht geſchehen? ſo iſt die Antwort: Wir ſollen zwar mit Allen, welche mit uns eines Glaubens und Bekenntniſſes ſind, auch dieſe Einigkeit durch Gemeinſchaft des Bekenntniſſes und der Liebe, auch, wo möglich, durch kirchliche Verbindung bethätigen. Wollten und thäten wir dies nicht, ſo wären wir Schismatiker und Separatiſten oder gäben uns wenigſtens den böſen Schein des Separatismus. Wenn aber in einer andern kirchlichen Körperſchaft eine dem kirchlichen Bekenntniß wider⸗ ſprechende Praxis herrſcht, ſo iſt's offenbar, daß ein ſolches Mundbekenntniß