# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1875_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 7 — Theſis 6, welche nun zur Beſprechung vorlag, lautet in ihrer urſprünglichen Faſſung: Aus der Art und Natur dieſes rechtgläubigen Bekenntniſſes erfolgt mit Nothwendigkeit, daß die kirchliche Praxis demſelben gemäß ſei. Denn jede kirchliche Handlung iſt entweder ein unmittelbarer Ausdruck und thatſächliche Verwirklichung des Bekenntniſſes oder doch eine ſolche, die, wenn ſie auch innerhalb des Gebiets der chriſtlichen Freiheit ſich bewegt, doch dem Bekenntniß nicht thätlich widerſprechen darf. In der ſehr eingehenden Beſprechung wurde Folgendes bemerkt: Nichts iſt leichter, als die ſymboliſchen Bücher unterſchreiben, namentlich für Einen, der kein Gewiſſen hat, und zu einer Zeit, da es zum guten Ruf eines luthe⸗ riſchen Predigers gehört. Wenn es durchaus, um ein rechtgläubiger Pre⸗ diger und eine rechtgläubige Gemeinde zu ſein, nur darauf ankäme, dieſe Unterſchrift zu leiſten, ſo wäre das kein ſchweres Erforderniß. Das iſt's nicht, was der ſiebente Artikel der Augsburgiſchen Confeſſion im Auge hat, wenn er als ein Kennzeichen der Kirche angibt, daß „das Evangelium rein gepredigt“ werde. Dem kommt man nicht nach, wo eine kirchliche Gemein⸗ ſchaft die reine, lutheriſche Lehre als unter ihr zu Recht beſtehend anerkennt und wohl auch keine widerſprechende, ketzeriſche Lehre auf der Kanzel erſchallt, ſondern nur dann geſchieht dem Bekenntniß Genüge, wenn man aus Ueber⸗ zeugung und von ganzem Herzen die von der Kirche der Reformation be⸗ kannte Lehre annimmt und dieſelbe nicht blos mit dem Munde, ſondern auch mit der That bekennt. Gott iſt mit einem ſolchen Leben nicht zufrieden, da man wohl fromme Reden im Munde führt, aber im Leben dieſelben Lügen ſtraft. Jacobus fordert darum: „Zeige mir deinen Glauben mit deinen Werken, ſo will ich auch meinen Glauben dir zeigen mit meinen Werken“ (Cap. 2, 18.), und David ſpricht, wer Zucht haſſe, ſolle auch Gottes Wort nicht in ſeinen Mund nehmen. Daraus geht klar hervor, daß das die wahre lutheriſche Kirche ſei, die nicht blos mit dem Munde die reine Lehre annimmt, ſondern auch mit der That bezeugt. Zwar iſt das das Hauptſtück bei einem Prediger, daß die Lehre rein ſei, aber Paulus verlangt von Tito, daß das Werk der angeblichen Gotteserkenntniß gemäß ſei (Tit. 1, 16.). Es ſoll darum in der Kirche nicht nur die reine Predigt im Schwange gehen, ſondern auch das ganze Handeln ſoll derſelben entſprechen, ſonſt ſteht die Kirche als eine große Heuchlerin da. Folgendes Zeugniß Luthers wurde zur Erläuterung der Theſe angeführt: „Erſtlich iſt dies chriſtliche heilige Volk dabei zu erkennen, wo es hat das hei⸗ lige Wort Gottes. . . . Wir reden aber von dem äußerlichen Wort durch Menſchen, als durch dich und mich, mündlich geprediget. Denn ſolches hat Chriſtus hinter ſich gelaſſen als ein äußerlich Zeichen, dabei man ſollte erkennen ſeine Kirche oder ſein heilig, chriſtlich Volk in der Welt. Auch