# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1858_S200 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 200 Münkel über Prof. Baumgarten's Absetzung. Daß es sich aber um mehr handelt, und daß es von den gewöhnlichen Erlebnissen eines Christen sehr verschieden ist, wird von ihm auf das bestimmteste behauptet. Vielmehr will er in jener Schreckenszeit eine Geistesmittheilung auf außerordentliche und unermittelte Weise empfangen haben, also nicht durch die gewöhnlichen von Gott geordneten Mittel des Wortes Gottes und der Sacramente. Er hat uns nicht näher in seine außerordentlichen Erlebnisse eingeführt, er hat uns aber über ihre Natur nicht in Zweifel gelassen. Er behauptet wiederholt, einen außerordentlichen Beruf empfangen zu haben, zufolge dessen er wisse, „wozu er von Gott vom Mutterleibe her berufen und gesetzt sei, nämlich an seinem Theile das Wort von der Freiheit in Christo in die Gegenwart hineinzurufen.“ Er sei durch diese Geistesmittheilung so ausgerüstet, daß er „niemals anders, als im Geiste lehre,“ und daß es ihm viel gekostet, bis er die Gewißheit gehabt, „daß jedes Wort seiner Lippen durch die göttliche Kraft des heiligen Geistes geweiht und gestempelt sei.“ Prof. B. behauptet hiernach nichts geringeres, als, was er auch ganz deutlich zu verstehen giebt, daß er eine prophetische Weihe empfangen habe, um gegen das unermeßlich tiefe Verderben der Kirche im Namen Gottes aufzutreten. Was daraus folgt, spricht er selbst aus. Der heil. Geist ist nicht an die kirchlichen Gnadenmittel gebunden, das geschriebene Wort Gottes selbst ist ein tödtender Buchstabe, der nicht dazu dient, in den Geist der Wahrheit einzuführen, sondern nur die Wahrheit zu bestätigen, welche man vorher innerlich durch Offenbarung des Geistes gefunden hat. Oder wenn man aus der Wahrheit ist, kann man hinterher eine Probe davon an dem Worte Gottes machen und sehen, wie beides übereinstimmt. Wenn das ist, so muß die rechte Gottesoffenbarung nirgends anders, als in uns selber ruhen und von da geschöpft werden. „Gottes Selbstbezeugung in uns, sagt er, ist ein unvertilgbarer Bestandtheil“ unserer Natur, und dadurch ist „die Möglichkeit gegeben, wann und wo Gott uns innerhalb der Zeit und Welt begegnet, mit völliger Gewißheit zu erkennen, daß er es ist und kein anderer.“ B. hat also das „innere Licht“ wieder auf den Thron gesetzt und sich dadurch über die göttlichen Autoritäten hinweggeschwungen. Welches sind denn die außerordentlichen Offenbarungen, die er empfangen hat? Man muß sich wundern, daß er nicht selbst gefühlt hat, wie ungemein dürftig sich dieselben nach solchen hellen Posaunenstößen ausnehmen. Er beseitigt nicht weniger, als alle biblischen Hauptlehren und setzt an deren Stelle ein Machwerk, das sich als ein wunderliches Gemisch aus aller Herren Ländern zu erkennen giebt. Die Dreieinigkeit, die Gottheit Christi, die Menschwerdung Gottes, natürlich auch, was damit zusammenhängt, finden in seiner Lehre keinen Raum, oder werden mit den ihm eigenthümlichen Säuren übergossen und zersetzt. Man erwarte nicht, daß auch nur eine Lehre von denen, die übrig bleiben, ihre eigenthümliche Bedeutung behalte. Der Sündenfall besteht darin, daß die Thierheit über die Menschheit die Herrschaft