# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1874_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 35 — Gemeinde einen eigenen Paſtor haben will, obwohl ſie als Filiale bedient oder in eine Nachbargemeinde eingepfarrt werden könnte. Es ſollten daher in ſolchen Fällen nahe liegende kleine Gemeinden ihre Unabhängigkeit auf⸗ geben, namentlich da es hier ſo ſehr an Predigern fehlt. Es wurde nun noch um eine Erklärung gebeten über die Worte der Theſis: „Die Parochialgrenzen ſind nicht urſprünglich von Gott beſtimmt, alſo nicht an ſich göttlichen Rechtes.“ Wie iſt dies zu verſtehen? Etwa ſo, als ob doch darin eine göttliche Beſtimmung, wenn auch nicht an ſich, zu finden ſei, oder nur ſo, daß, wenn ſolche Ordnung einmal eingeführt iſt, man ſie um der Liebe und des Friedens willen einhalten muß? Antwort: Hätte Gott auf irgend eine Weiſe einer neu entſtehenden Gemeinde offenbart: auf die und die Straßen ſollt ihr eure Parochie be⸗ ſchränken, ſo wären ſpätere Aenderungen in der Grenzlinie unmöglich. Aber bei dem Urſprung dieſer Ordnung hat nur menſchliche Weisheit, Er⸗ fahrung und Liebe die Grenzen gezogen, daher können ſie auch jederzeit ver⸗ ändert werden. Es werden alſo nur Ordnungen aufgehoben, die menſch⸗ lichen Rechtens ſind. Theſis 9. Grund zur Aenderung der Parochialverhältniſſe kann erſtlich nicht Anſtoß an Adiaphoris ſein; die Anerkennung eines ſolchen würde Verleug⸗ nung der chriſtlichen Freiheit ſein (Gal. 2, 4. 5.); 2. nicht Verſchieden⸗ heit in nicht fundamentalen Ueberzeugungen (Röm. 14, 1—9.); in dieſem, wie in dem erſten Falle würde die Veränderung eine Spaltung, ein Schisma, eine Separation ſein und die ſich trennenden Schismatiker, Separatiſten werden Altar gegen Altar errichten (1 Cor. 1, 10. 11. 18. 19.). (Solche Schismata ſind von den Rotten, Secten, αἱρέσεις, welche eine Trennung um des Glaubensfundaments willen involviren, wohl zu unterſcheiden); 3. nicht Vorliebe für eine beſondere Gabe eines Predigers (1 Cor. 1, 11—13., 3, 3—23.), denn das iſt bei allem Schein der Geiſt⸗ lichkeit etwas Fleiſchliches; endlich 4. nicht das Wuchern des Unkrauts in einer Gemeinde, in welcher die Gnadenmittel noch unverfälſcht im Schwange gehen (Matth. 13, 24. ff.), daher der Apoſtel die rechtſchaffenen Chriſten in der verderbten Gemeinde zu Corinth nicht auffordert, dieſelbe zu verlaſſen, ſondern deſto feſter an einander zu halten und nicht Spal⸗ tung unter ſich ſein zu laſſen (1 Cor. 1, 10., vgl. 5, 1. 2. 6., 6, 1—8., 11, 17—22. 30. 15, 12. 34., 2 Cor. 12, 20. 21.). Von dieſer Theſis konnte nur der erſte Abſatz beſprochen werden, näm⸗ lich die Worte: „Grund zur Aenderung der Parochialverhältniſſe kann erſt⸗ lich nicht Anſtoß an Adiaphoris ſein; die Anerkennung eines ſolchen würde Verleugnung der chriſtlichen Freiheit ſein.