# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1874_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 34 — Theſis 8. Da die Parochialgrenzen nicht urſprünglich von Gott beſtimmt, alſo nicht an ſich göttlichen Rechtes ſind, ſo können ſie pro re nata (nach Um⸗ ſtänden) verändert werden, d. i. eine Parochie kann in mehrere getheilt, Filiale in eigene Pfarreien verwandelt, mehrere zu Einer verſchmolzen, größere oder kleinere Theile einer Parochie ausgepfarrt und an eine andere geſchlagen werden. Oder es können auch beim Anwachſen der Gliederzahl für die verſchiedenen Functionen des Pfarrers verſchiedene Hülfsämter, wie zu Jeruſalem (Ap. Geſch. 6, 1—7.), errichtet werden. Man vergleiche hier das bereits unter Theſis 7. angeführte Zeugniß der Wittenberger theologiſchen Facultät. Wollte Gott, unſere Gemeinden ſtudirten dieſe Theſis recht! Wo noch alles in Unordnung durcheinander geht, da meinen viele Gemeinden: So iſt es immer bei uns geweſen, ſo muß es auch bleiben. Nein, das Ziel ſollte ſein, daß immer mehr alles recht geregelt werde zum Heile vieler Seelen. Wohl ſoll man nicht ſchnell mit Veränderungen rückſichtslos durchfahren. Aber wir haben hier in dieſem Lande die köſtliche Freiheit, daß wir uns ſelbſt regieren und ausbreiten können. Dieſe Freiheit hat uns Gott gegeben und wir haben es zu verantworten, wenn wir dieſelbe nicht benutzen, Gottes Reich recht zu bauen, auszubreiten und zu gründen. Es könnten z. B. ſchon jetzt in vielen Gegenden ohne Friedensſtörungen kleinere Veränderungen gemacht werden, die von großer Bedeutung und Nutzen wären. Es iſt ferner ein wahrer Greuel, daß oft eine Maſſe, zuweilen von 6—10 reichen großen Gemeinden nur Einen Paſtor hat, während jede derſelben ganz wohl einen eigenen Seelſorger haben und erhalten könnte. Nur Bauch⸗ pfaffen werden dies nicht erkennen und mit allen Kräften dagegen arbeiten. Nur ſtinkender Geiz kann bei ſolchen Gemeinden die Urſache ſein, wenn ſie an dieſem Verhältniß feſthalten. Immer ſollte, wenn eine Gemeinde an Gliederzahl zu groß wird, mehr darauf geſehen werden, daß ſie ſich in zwei oder mehrere Gemeinden zertheile, als daß ſie zuſammen bleibe und eine große prunkvolle Kirche baue. Denn wie kann ein Prediger an ſo vielen Seelen recht und treulich arbeiten! Er ſoll ja nicht nur ein Prediger des Wortes, ſondern auch ein Seelſorger ſein. Sind ihm aber zu viel Seelen anver⸗ traut, ſo werden viele vernachläſſigt, und ohne Zweifel gehen auch deshalb Tauſende verloren. Selbſtverſtändlich richtet ſich dies Theilen der Gemeinde auch nach dem Terrain. Iſt die Gemeinde auf ein kleines Gebiet beſchränkt, ſo wird oft die Theilung einer ſehr großen Gemeinde unmöglich. Da ſollten dann aber, wie unſere Theſis ſagt, Hülfsämter errichtet werden. Freilich iſt auch das andere Extrem zu meiden, zu vieles Theilen. Denn das Neben⸗ einander vieler gar zu kleiner Gemeinden bringt auch viel Uebles hervor. Es iſt daher auch in unſerer Theſis auf das Gegentheil aufmerkſam gemacht. Ein ebenſo großer Uebelſtand hier in Amerika iſt es, wenn jede noch ſo kleine