# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1874_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 33 — ſo hülfe mir das nichts. Denn das Weſen des Wortes iſt ſein Sinn, nicht der Laut. Darum bleibe du da, wo du alles verſtehſt. Du ſollſt deine Seele nicht faſten laſſen, um einer deutſchen Gemeinde aufzuhelfen. Eine ſolche deutſche Gemeinde hüte ſich ja, dies nicht als Selbſtſucht, Liebloſigkeit und dergleichen auszulegen. Gerade weil früher viele deutſche Gemeinden alſo ſtanden und handelten, darum ſind ſo viele unſerer lutheriſchen Lands⸗ leute, denen das Engliſche geläufiger geworden war, den amerikaniſchen Sectenkirchen in die Hände gerathen. Man dachte vielfältig ſo: wenn auch durch die engliſche Sprache uns einige Glieder verloren gehen, das iſt nicht ſo ſchlimm, als wenn wir eine engliſch⸗lutheriſche Gemeinde unter uns auf⸗ kommen laſſen; dann werden wir die Glieder vielleicht ſchaarenweiſe abgeben müſſen. Das iſt greulich! Die Folge davon iſt, daß wir jetzt in den pres⸗ byterianiſchen, episkopaliſtiſchen, methodiſtiſchen und andern Kirchengemein⸗ ſchaften ſo viele deutſche Namen ſehen. Gott würde es von uns fordern, wenn wir aus Engherzigkeit Seelen lieber zu den Secten übergehen laſſen, als zugeben wollten, daß eine engliſche Gemeinde unſeres Glaubens und Be⸗ kenntniſſes entſteht. Man thue da lieber etwas zu viel, als zu wenig. Man baue Denen, die in eine ſolche engliſch⸗lutheriſche Gemeinde übergehen wollen, dazu eine goldene Brücke. Denen, die eine Sprache ſo gut als die andere ſprechen, überlaſſe man es ganz allein, wo ſie ſich anſchließen wollen. Da dieſe Sache von ſolcher Wichtigkeit iſt, ſo wurde der Wunſch ausge⸗ ſprochen, einem Glied der Conferenz für die nächſtjährigen Sitzungen eine Arbeit aufzugeben über die Frage: In welchem Verhältniß ſollten die lutheriſchen Gemeinden engliſcher, norwegiſcher und deutſcher Zungen zu einander ſtehen? Die Urſache, warum früher und noch jetzt ſo viele unſerer deutſchen lutheriſchen Chriſten zu den Secten übergehen, liegt freilich ohne Zweifel nicht allein in dem oben Geſagten. Auch wenn wir jetzt nicht mehr eng⸗ herzig das Aufkommen engliſch⸗lutheriſcher Gemeinden hindern, ſondern vielmehr fördern, wo wir nur können, wird der Abfall zu den Secten noch fortdauern, ja immer größer werden, wenn wir nicht zum Erſten für gute Wochenſchulen ſorgen, dieſelben treulich pflegen und zu heben ſuchen, ſo⸗ wie unſere Kinder nicht von den Sonntagsſchulen der Secten und vor allen Dingen von den öffentlichen Staatsſchulen abhalten; über das alles aber, wenn nicht in Kirchen und Schulen die reine Lehre des göttlichen Wortes recht getrieben und dabei fleißig auch die Unterſcheidungslehren behandelt werden. Denn nur dann werden wir unſere jungen Leute erhalten, wenn ſie ſo unterrichtet ſind, daß ſie unmöglich den Schritt über ihr Gewiſſen bringen können, Gottes reines Wort zu verlaſſen und in eine falſche Kirche überzutreten. Die Erfahrung hat gelehrt, daß in ſolchem Falle, ſelbſt wenn man auch engliſch⸗lutheriſchen Gottesdienſt einrichtete, ſolche junge Leute, obwohl ſie ſonſt völlig amerikaniſirt waren, nicht von ihren deutſchen Ge⸗ meinden laſſen wollten. Sie hatten den deutſchen Gottesdienſt lieber, weil ſie hier die Sprache ihres Herzens hörten.