# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1874_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 24 — toriale Abgrenzung fügen will, ob er wohl glaube, daß alle ſo handeln dür⸗ fen; wenn alſo einer vom Norden nach dem Süden zieht, daß derſelbe dann ſagen dürfe: ich gehöre in New York zur Gemeinde? Müßte er alſo nicht zugeſtehen, daß, wenn alle ſo handeln würden, dadurch eine grauſame Ver⸗ wirrung in ganz Amerika entſtehen würde? Muß ſich aber ein Chriſt das ſagen: ſo, wie ich, können und dürfen nicht alle handeln, ſo ſoll er auch das nicht ſelbſt thun. Was nun die in den vier Punkten einzuſchaltenden Verbeſſerungen be⸗ trifft, ſo wurde erwidert, das Vorgeſchlagene ſei ja nicht unrichtig, denn es werde darin nur weit weniger geſagt, als in den jetzt vorliegenden vier Gründen. Das weniger Geſagte ſei ſelbſtverſtändlich auch richtig. Aber das, was in der vorliegenden Faſſung der vier Gründe ſchärfer geſagt iſt, könne auch nicht geleugnet werden. Es iſt von unendlicher Wichtigkeit, unſere jetzige Unordnung ſammt ihren üblen Folgen in ihrer vollen Größe lebendig zu erkennen. Denn das kann nicht geleugnet werden, daß unſere jetzigen Verhältniſſe eine Schmach und Schande ſind vor der ganzen Kirche, ganz wider die Natur und wider die Liebe. Sie ſind aus der Sünde entſtanden und darum verderblich. Ja, es iſt eine ganz ärgerliche babyloniſche Verwirrung. Hunderte und Tauſende von Seelen werden dadurch auf's Spiel geſetzt. Ueberall, wo wir nur hin⸗ blicken, iſt Klage über dieſe Verhältniſſe. Es kommt z. B. jemand von Deutſchland und läßt ſich nieder an einem Ort, wo zwei Gemeinden mit ihren Predigern durcheinanderwohnen. Beide Gemeinden ſind noch klein, möchten gern zunehmen und wachſen an Gliederzahl um der Laſten willen, die ſie zu tragen haben. Die Folge iſt, daß der Mann nun von beiden Ge⸗ meinden und deren Predigern in Obacht genommen und bearbeitet wird, ſich anzuſchließen. Das ſind keine fingirten Fälle, ſondern Thatſachen. Jeder Prediger, der mit ſeiner Gemeinde innerhalb der Grenzen eines anderen Pre⸗ digers wohnt, muß ſtets fürchten, bei den neu Hinzugekommenen an Eine Seele zu kommen, die ſchon der andere Prediger zu gewinnen verſucht hat, und alſo in ein fremd Amt zu greifen. Wollen zwei vermiſcht wohnende Gemeinden Kirchenzucht an ihren Gliedern üben, ſo heißt's flugs: Ich dulde das nicht, ich ſpringe ab hinüber zur anderen Gemeinde. In welche Un⸗ ruhe, ja oft in die tieſſte Unruhe kann dadurch eine Gemeinde verſetzt werden! Wie könnten wir uns nun von dieſer Erfahrung der ganzen Chriſten⸗ heit losſagen! Darum ſteht es doch wohl feſt und unbeweglich: wo keine territoriale Abgrenzung ſtattfindet, da kann nichts anderes, als Unordnung, entſtehen. Die Kraft, ſolches Uebel hervorzubringen, liegt in dieſer Un⸗ ordnung. Denn ſie iſt an ſich wider die Natur. Was aber an ſich wider die Natur iſt, muß Unordnung ſein, und das kann auch wieder nur Un⸗ ordnung hervorbringen. Freilich verhindert das oft Gott aus lauter Gnade. Iſt daher hie und da noch nicht Unordnung entſtanden, ſo haben wir das [Am linken Rand ſenkrechte Bleiſtiftſtriche neben den Zeilen „toriale Abgrenzung fügen will …“ bis „… das nicht ſelbſt thun.“ und neben „meinden und deren Predigern …“; im Druck ſind handſchriftlich unterſtrichen die Sätze „Die Folge iſt, daß der Mann nun … anzuſchließen.“ und „Wollen zwei vermiſcht wohnende Gemeinden … verſetzt werden!“ Am linken Rand dazu eine ſchräg geſchriebene handſchriftliche Randbemerkung, unleſerlich.]