# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1874_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 15 — man auf die Gaben; anſtatt auf das Amt, auf die Perſon; und nennt man ſich dann nicht Pauliſch, Kephiſch, Apolliſch, ſo iſt man's in der That; das iſt aber fleiſchlich, nicht geiſtlich (1 Cor. 4, 1—5. 21.); 4) in einer rechtſchaffenen, Gott gehorſamen Gemeinde ſoll Kirchen⸗ zucht und Uebung des Bannes ſein gegen ſolche, die ſich Brüder nennen und doch in Lehre oder Leben ärgerlich ſind, die Brüderſchaft thatſächlich verleugnen und den Namen des HErrn, ſein Wort und ſeine Gemeinde unter Denen, die draußen ſind, verläſtern machen (Matth. 18, 15—17. 1 Cor. 5, 2. 10—13. 2 Theſſ. 3, 6. 14. Röm. 16, 17. Tit. 3, 10. 2 Joh. 10. 11.); durch Mangel einer die Gemeinde einſchließenden Grenzlinie wird aber dieſe heilſame, von Gottes Ehre und dem Heil der Schwach⸗ und Ungläubigen ge⸗ forderte Zucht, wo nicht unmöglich gemacht, doch vielfach gehindert und erſchwert; daher nennt denn die Schrift die Kirchen oder Gemeinden nie nach ihren Predigern, ſondern nach Orten, nach Häuſern (Röm. 16, 5.), Städten (1 Cor. 1, 2. 1 Theſſ. 1, 1. Offb. 2, 1. ff.), Provinzen (Gal. 1, 2.), Ländergebieten und Völkerſchaften (Gal. 1, 22. Röm. 16, 14. ἐκκλησίας τῶν ἐθνῶν). Schon im vorigen Jahre traten bei der Beſprechung dieſer Theſis zwei verſchiedene Meinungen zu Tage. Auf der einen Seite wurde behauptet, daß territoriale Abgrenzung das einzig Richtige und Normale ſei, alles an⸗ dere ſei an ſich Unordnung. Solche ſei zwar, wo ſie durch geſchichtliche Ver⸗ hältniſſe gewiſſermaßen nothwendig geworden, zeitweilig zu dulden; aber doch habe man ſtets im Auge zu behalten, daß es anders werden ſollte. Auf der andern Seite gab man zu, daß territoriale Abgrenzung wohl die beſte und ſchönſte Ordnung ſei, und ſei darum allerdings anzuſtreben. Man verwahrte ſich aber dagegen, daß nur eine territoriale Abgrenzung eine wirkliche Ordnung, alles Andere aber Unordnung ſein ſolle. Es gebe auch außer jener noch andere Abgrenzungsweiſen, die vielleicht nicht ſo gut, wie jene, aber eben doch auch Ordnungen ſeien. Zur Begründung der erſteren Anſicht berief man ſich darauf, daß terri⸗ toriale Abgrenzung eine Ordnung ſei, welche durch die vom Heiligen Geiſte erleuchteten Apoſtel ſelbſt gemacht worden ſei; da müſſe man doch annehmen, daß dieſe die beſte, ja einzig richtige ſei. Ferner: es ſei wider die Liebe, an ſeiner nächſten Kirche, wo Gottes Wort und Sacrament recht verwaltet wer⸗ den, vorüber zu gehen; es richte ſolches auch Aergerniß, ſelbſt bei Welt⸗ menſchen, an und gebe überhaupt Anlaß zu Unordnung, Streit und Ver⸗ wirrung. Für die andere Meinung berief man ſich hauptſächlich auf die Erfahrung. Dieſe zeige, daß auch bei anderer Abgrenzungsweiſe ebenſowohl [Am rechten Rand drei handſchriftliche Bleiſtift⸗ oder Tintenzeilen, unleſerlich und teilweiſe abgeſchnitten, neben den Zeilen „toriale Abgrenzung eine Ordnung ſei …“ bis „menſchen, an und gebe …“; die Wörter „eine Ordnung“ handſchriftlich unterſtrichen.]