# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1874_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 13 — Wenn die heilige Schrift von unſerer Vernunft ſagt, wir ſollen ſie ge⸗ fangen geben unter den Gehorſam Chriſti, ſo fordert ſie nicht von uns, daß wir dem organiſchen Gebrauche der Vernunft entſagen ſollen. Denn dieſer organiſche (inſtrumentelle) oder werkzeugliche Gebrauch der Vernunft iſt bei einem Erwachſenen ebenſo nothwendig, als die Glaubenserkenntniß. Der Schluß iſt ja auch kein Erzeugniß der Vernunft. Die Wahrheit muß in den Vorderſätzen ſchon wie eingewickelt liegen, ſonſt könnte ſie nicht heraus⸗ gezogen werden. Ein zweiter Gegenſtand, welchem die Conferenz vier volle Nachmittags⸗ ſitzungen widmete, waren die ebenfalls ſchon im vorigen Jahre begonnenen Theſen über das Jus parochiale d. h. über Parochialgrenzen. Im vorigen Jahre waren die erſten vier Theſen endgültig angenommen worden. In dieſem Jahre kam die Conferenz in der Beſprechung bis zum 1ten Punkt der 9ten Theſis inclusive. Es folgen auch hier zunächſt des Zuſammenhanges halber die bereits im vorigen Jahre angenommenen Theſen. Theſis 1. Das öffentliche Predigtamt iſt nicht eine menſchliche, ſondern eine gött⸗ liche Ordnung (1 Cor. 12, 28 — 30.), und zwar eine Ordnung zur Er⸗ bauung des Leibes Chriſti oder der Kirche für alle Zeit bis an den jüngſten Tag (Epheſ. 4, 11 — 13.); es iſt daher auch Gottes Wille, daß jeder Chriſt ſich dieſes öffentlichen Predigtamtes gebrauche (1 Cor. 16, 15. 16. 1 Theſſ. 5, 12. 13.), wie ſchon das dritte Gebot erfordert. Theſis 2. Der Complex aller einzelnen Chriſten ſoll ſich zu einzelnen Gemeinden zuſammen ſchließen, in welchen das Wort Gottes in Lehre und Zucht ver⸗ mittelſt des öffentlichen Predigtamtes im Schwange geht (Matth. 18, 15 — 20.); es iſt daher Gottes Wille, daß ſich jeder Chriſt in einer ſolchen Gemeinde als Glied finden laſſe (Act. 2, 47.), an ihren Verſammlungen theilnehme (Ebr. 10, 24. 25.), ihr mit ſeinen Gaben diene (1 Cor. 12, 4 —27.) und ihr nicht ärgerlich werde (1 Cor. 10, 32.). Theſis 3. Nur die Apoſtel hatten einen allgemeinen Beruf an die ganze Welt; die mittelbar berufenen Prediger aber ſollen ihre beſondere Heerde Gottes (τὸ ἐν ὑμῖν ποίμνιον τοῦ θεοῦ 1 Pet. 5, 2.), ihren clerus, ihre portio gregis Dominici, den beſonderen ihnen zugefallenen Theil des Volkes Gottes (V. 3.),