# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1873_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 27 — ſo leider auch wohl nur zu oft in ſchwachen Chriſten den ſchwachen Glau⸗ bensfunken, ſondern andere, die, wohl die Mehrzahl, nicht ſo offen auf⸗ treten, ſchaden eben deshalb nach dieſer Richtung hin wohl noch mehr durch den unchriſtlichen Geiſt, von dem ſie gleichwohl gänzlich beherrſcht ſind. Durch das Leſen derſelben wird das ſittliche Gefühl ganz unver⸗ merkt je länger deſto mehr abgeſtumpft, und Verachtung der Obrigkeit, ſowie Haß gegen politiſche Gegner werden ebenſo erzeugt. So berichten auch dieſe Blätter über die gräulichen Laſter unſerer Zeit in einer ſolchen Weiſe, daß, anſtatt Haß und Abſcheu gegen dieſelben, eher Wohlgefallen daran, oder doch wenigſtens Gleichgültigkeit ihnen gegenüber erzeugt wird. Bloße Warnungen und Ermahnungen reichen nicht aus, dem entſetzlichen Schaden recht kräftig zu ſteuern, den Satan ſo durch die gottloſe Preſſe an ſo vielen Tauſenden von Seelen, eben auch innerhalb unſerer Gemein⸗ den anrichtet. Ein gar wichtiges Mittel dazu wäre gewiß, wenn wir unſerem Volke geſunde Lectüre bieten und durch dieſelbe die ſchlechte bei ihm verdrängen könnten, wofür aber freilich eine einzelne kleine Synode nicht viel thun kann. — Obwohl nun die Conferenz den erſchrecklichen Schaden erkennt, den die gottloſe Preſſe der Kirche zufügt und ſich wohl bewußt iſt, welcher großen Gefahr auch für die Zukunft je länger deſto mehr die letztere durch erſtere ausgeſetzt iſt, und wie dem mit großem Ernſt entgegengearbeitet werden muß; ſo kann ſie ſich doch nicht dazu verſtehen, als Synodal⸗Conferenz zu dieſem Ende etwa ſelbſt ein in chriſtlichem Geiſt geſchriebenes politiſches Blatt herauszugeben. Zu geſchweigen, daß ein ſolches Blatt den verſchiedenen örtlichen Anforderungen der Leſer unſerer Kreiſe nicht genügen kann, muß unſere Körperſchaft auch den leiſeſten böſen Schein meiden, als ob ſie einen politiſchen Einfluß ausüben wolle. Einſtweilen verbreite man nur, um die Schandblätter möglichſt zu verdrängen, das bereits vorhandene Gute, wie es ja denn, Gott ſei Dank! auch an wirklich guter Lectüre durchaus nicht fehlt und auch keineswegs alle politiſchen Blätter unſeres Landes Satansblätter ſind. — Schließlich einigte ſich die Conferenz in dieſer Sache in folgendem Beſchluß: „Die Synodal⸗Conferenz empfiehlt mit ganzem Ernſte den Gliedern „ihrer Gemeinden, namentlich in den großen Städten, und zwar in „ihrer Eigenſchaft als Bürger, ſich zu Vereinen zuſammen „zu ſchließen, um durch Begründung und Herausgabe guter politiſcher „Zeitungen der ſeelenverderblichen Preſſe entgegen zu treten, inzwiſchen „und daneben aber auf die bereits erſcheinenden guten Wochenzeitungen „zu abonniren.