# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1873_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 21 — III. Nur die Apoſtel hatten einen allgemeinen Beruf an die ganze Welt; die mittelbar berufenen Prediger aber ſollen ihre beſondere Heerde Gottes (to en humin poimnion tu theu 1 Pet. 5, 2), ihren clerus, ihre portio gregis Dominici, den beſonderen ihnen zugefallenen Theil des Volkes Gottes (V. 3.), ihre beſondere Gemeinde haben, unter welche allein ſie der h. Geiſt, dieſelbe zu weiden, geſetzt hat (Act. 20, 28.), über deren Seelen ſie daher auch wachen und für die ſie einſt Rechenſchaft geben ſollen (Ebr. 13. 17.). IV. Wer oder wie viele zu dem Sprengel eines jeden Predigers d. i. zu ſei⸗ ner Parochie gehören ſollen, iſt nicht in Gottes Wort beſtimmt, iſt daher an ſich nicht juris divini, ſondern humani und ſomit Sache der chriſtlichen Freiheit und des Uebereinkommens (Gal. 2, 9). V. Nach apoſtoliſchem Vorgang, die Aelteſten oder Pfarrer kata polin d. i. ſtädteweiſe, von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort einzuſetzen (Tit. 1, 5.), ſollten die Parochien oder Pfarreien nicht durch eine willkürliche An⸗ zahl von Köpfen und wechſelnden Perſonen beſtimmt, ſondern geographiſch begrenzt ſein und ihr eignes Territorium haben, denn 1) in der Kirche ſoll alles ordentlich und ehrlich zugehen (1 Cor. 14, 40.); ohne territoriale Abgrenzung aber, wenn die Glieder verſchiedener Gemeinden durcheinander wohnen, die einen ſich dahin, die andern ſich dorthin halten, kann nichts anderes als Unordnung, Confuſion, Verwirrung, entſtehen; 2) der Prediger ſoll wiſſen, welche die Seelen ſind, die ihm befohlen und nicht befohlen ſind (1 Pet. 5, 2.), über die er inſonderheit zu wachen und für die er inſonderheit Rechenſchaft zu geben habe (Ebr. 13, 17.), nicht in ein fremdes Amt greifen oder ein allotrioepiscopos ſein (1 Pet. 3, 15.) und nicht auf einen fremden Grund bauen (Röm. 15, 18—20.) und alſo ſchneiden und ernten wollen, wo Andere ge⸗ pflanzt und geſäet haben; was alles ohne die Eintheilung der Ge⸗ meinden in paroikeseis nicht möglich iſt; 3) die Chriſten ſollen ſich nicht an Prediger wegen deren Gaben hängen und um derſelben willen ſich abſondern; ſind aber die Gemeinden nicht geographiſch determinirt, ſo iſt damit eine Einrichtung getroffen, daß man ſich die Prediger ausſucht und ſich zu denen hält, an denen man gerade Geſchmack findet; anſtatt auf das Wort zu ſehen, ſieht man auf die Gaben, anſtatt auf das Amt, auf die Perſon, und nennt man ſich dann nicht Pauliſch, Kephiſch, Apolliſch, ſo iſt man's in der That; das iſt aber fleiſchlich, nicht geiſtlich (1 Cor. 4, 1—5. 21.);