# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1873_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 18 — Wahrheit mag uns auch wohl leiten bei der Faſſung des Bekenntnißpara⸗ graphen einer neu zu entwerfenden Gemeindeordnung. Früher meinten wohl Manche unter uns, ſie müßten ihre Treue gegen die lutheriſche Kirche ſonderlich auch dadurch beweiſen, daß ſie in dieſem Paragraphen alle ein⸗ zelnen Bekenntniſſe des Concordienbuches von 1580 namentlich aufführten und alſo die Gemeinde auf dieſelben verpflichteten, während doch die letz⸗ tere die meiſten derſelben wohl ſelbſt dem Namen nach bisher nicht kannte und ſie auch ſpäter der großen Mehrheit ihrer Glieder nach nicht kennen lernt. Da ſoll man ſich doch lieber darauf beſchränken, als das Bekennt⸗ niß der Gemeinde die ungeänderte Augsburgiſche Confeſſion und etwa noch den kleinen Katechismus Luthers, welche unſer ganzes Volk kennt, oder doch leicht kennen lernen kann, zu bezeichnen. Bemerkung. Auf Seite 1 und 2 des Buches: „Die rechte Geſtalt einer vom Staate unabhängigen Ortsgemeinde“ findet ſich noch ein vortreffli⸗ ches Zeugniß für Theſe 2 nebſt „Anmerkung,“ Zur dritten Theſe: Die Augsb. Confeſſion ſtellt ſelbſt die drei ökumeniſchen Symbole ſich an die Spitze und will ſelbſt auch nichts als die weitere Entwicklung dieſer Symbole ſein, welche Entwickelung nöthig ge⸗ worden durch die nach Annahme der ökumeniſchen Bekenntniſſe aufgekom⸗ menen falſchen Lehren des Papſtthums und der Schwärmer, die bekämpft werden mußten. Wenn wir mit Gliedern anderer Kirchpartheien zu thun haben, ſo können wir von dieſen freilich nicht verlangen, daß ſie von vorn⸗ herein zugeben, die Augsb. Confeſſion ſei in allen ihren Artikeln des Glau⸗ bens die reine und ungefälſchte Erklärung und Darlegung des göttlichen Wortes, nach Lehre und Wehre; bei Lutheranern aber iſt dies Zugeſtänd⸗ niß vorauszuſetzen: wer ſich deß weigert, zeigt, daß er kein Lutheraner iſt. Zeugniſſe: Chemnitz, Selneccer und Kirchner: „Die erſte Urſache, derwegen ſie“ (die Calviniſten in Neuſtadt) „die Auguſtanam Confeſſionem und derſelben Autorität extenuiren, iſt dieſe: Daß ſie ein Particular-Bekenntniß der Kirchen ſei, die ſich dazu bekennen, und nicht der ganzen Chriſtenheit; derwegen ſie auch ſo viel Anſehens nicht haben könne. Darauf iſt unſer Gegenbericht, daß wir uns deſſen wohl zu erin⸗ nern, daß ſie eine Particular-Confeſſion etlicher und nicht der ganzen Chri⸗ ſtenheit ſei. Daß ſie aber darum nicht ſollte giltig ſein, geſtehen wir ihnen gar nicht. Denn wir deſſen gewiß ſein, daß ſie in Gottes Wort ſtark gegründet; wie ſich's auch durch Gottes Gnad bisher auf allen Reichstägen und Colloquiis erfunden hat. Zudem haben wir ſie niemals für ein allgemein aller Kirchen der ganzen Chriſtenheit Bekenntniß ausgeben: ſondern für unſerer Kirchen und Schulen Bekenntniß. Wollen ſie nun nicht damit zu thun haben, ſo bleibet ſie unſerer Kirchen Bekenntniß einen Weg als den andern.“ (Apologia oder Verantwortung des chriſtlichen Concordienbuchs. Dresden 1584, fol. 165.) Carpzov: „Das Symbol der Augsb. Confeſſion iſt von den Proteſtanten nicht für ein ökumeniſches Symbol gehalten worden, obwohl es die Lehre der