# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1873_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 12 — allein für ſie“ — für die Apoſtel nämlich, „ſondern auch für die, ſo durch ihr Wort an mich glauben werden. Auf daß ſie alle Eines ſeien, gleichwie Du, Vater, in mir, und ich in Dir, daß auch ſie in uns Eins ſeien.“ Demnach iſt es unwiderſprechlich, daß da, wo das Band des Glaubens an Chriſtum fehlt, auch von keiner chriſtlichen Einheit, von keiner innerlichen Gemeinſchaft der Chriſten und alſo auch der Luthe⸗ raner unter einander nicht mehr geredet werden darf. Nun möchte aber etwa der Einwurf erhoben werden, daß unter Lu⸗ theranern doch wohl noch ein weiteres innerliches Gemeinſchaftsband ſtatthabe, als das zwiſchen allen Chriſten insgemein beſtehende. Es ſei ja freilich wahr, daß der rechtfertigende Glaube den gläubigen Lutheraner mit den Kindern Gottes in anderen Kirchpartheien ebenſowohl innerlich verbinde, als mit anderen gläubigen Lutheranern; allein mit dieſen habe er doch auch noch den dogmatiſchen Glauben in Betreff der lutheriſchen Unterſcheidungslehren gemein. Mit jenen verbinde ihn der gemeinſame Glaube an die primären Fundamentalartikel chriſtlicher Lehre; mit dieſen überdem noch Uebereinſtimmung in allen anderen Artikeln des Glaubens. Der gemeinſame dogmatiſche Glaube ſei nun aber doch auch etwas Innerliches und eben das, was uns in der Synodal⸗Conferenz zu⸗ ſammengebracht habe, und gerade darum, weil Uebereinſtimmung im dog⸗ matiſchen Glauben zwiſchen uns und dem General⸗Council fehle, hätten wir uns dieſem nicht anſchließen können. Wenn man nun z. B. drei Lu⸗ theraner und drei Reformirte vor ſich habe, die ſämmtlich an Chriſtum glaubten und von denen jeder auch in Betreff der Sonderlehren mit ſeiner eigenen Particularkirche glaube, ſo ſeien freilich alle ſechs innerlich ver⸗ bunden durch den rechtfertigenden Glauben; aber ſeien ſie doch nicht auch zugleich wieder durch die bezeichneten Differenzen von einander geſchieden, und zwar innerlich? So habe ja auch Luther zu Oecolampad u. ſ. w. geſagt: „Ihr habt einen anderen Geiſt.“ Das Wort „Geiſt“ bezeichne ja etwas Innerliches, und Luther habe ſeinen Gegnern ſo doch wohl nicht den Gnadenſtand abſprechen wollen. Abgeſehen von der Einheit im rechtfer⸗ tigenden Glauben, beſtehe doch wohl ein Unterſchied nicht blos darin, daß Lutheraner einen andern objectiven Glauben als Nichtlutheraner, ſondern auch einen andern ſubjectiven Glauben hätten. Dürfe man hier nicht etwa unterſcheiden zwiſchen dem rechtfertigenden Glauben, den alle wahren Chriſten gemein haben und dem dogmatiſchen Glauben, den nicht alle ge⸗ mein haben? Auf dieſe Einwürfe iſt zu antworten: Man muß zurückgehen auf die ja ſchon ſo mannigfach unter uns gehandelte Lehre von der Kirche. Der Herr hat eine Kirche, die Er die Seine nennt. Dies iſt die eigentlich ſoge⸗ nannte Kirche, die wir als die unſichtbare bezeichnen und im dritten Artikel