# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1873_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 11 — kirche, wiſſen die Wichtigkeit unſerer jetzigen Lehre von der Kirche: der der reinen Lehre, daß die Kirche im eigentlichen Sinne des Wortes ihre Glieder unter allen chriſtlichen Denominationen habe, recht zu ſchätzen. Und dieſe Lehre ſollen wir nun auch mit Fleiß treiben in unſeren Gemein⸗ den, nicht allein weil man mancherſeits nicht zugeben will, daß z. B. auch ſelbſt noch in der ſog. katholiſchen Kirche, nach den in ihr verborgenen Kindern Gottes, in Wahrheit die Kirche iſt, ſondern überhaupt damit, wenn wir mit ganzem Ernſt gegen alle und jede falſche Lehre, wo immer ſie ſich auch finde, zeugen, ſie doch immer mehr begreifen lernen, daß wir eine ſolche Excluſivität verabſcheuen, nach welcher alle Glieder anderer Gemeinſchaften verdammt würden, und daß unſere lieben Kirchkinder ſo im rechten Sinne ein wahrhaft weites Herz bekommen. Zur erſten Theſe: Man hat hier auf den Gegenſatz zu achten, daß man wohl zur lutheriſchen Kirche äußerlich gehören kann, wie ja denn auch leider Viele ihr nur ſo zugehören, weil man äußerlich ihr Bekenntniß zu dem ſeinigen macht, dabei aber doch in keiner inneren Verbindung mit wahren Lutheranern ſteht, weil es eben an dem wahren, gerecht und ſeligmachenden Glauben fehlt. Daß dieſer und nur dieſer die innerliche Kirchengemeinſchaft bedingt, beſagt, unter vielen anderen, folgendes Zeugniß: Baier: „Die Form der Kirche (was die Kirche zur Kirche macht) beſteht in der Vereinigung der wahrhaft Gläubigen und Heiligen mit Chriſto durch den wahren und lebendigen Glauben. Welche (Vereinigung) nicht eine äußer- liche und örtliche (Vereinigung) der Leiber, ſondern eine innerliche und geiſtliche Ver- bindung der Seelen iſt. Denn obgleich die Gläubigen auch örtliche heilige Zuſammen- künfte halten, ſo ſind dieſelben doch der Kirche nicht weſentlich.“ (Compend. III, 13, 9.) Baier bezeugt hier, daß dasjenige, was weſentlich nöthig zur chriſtlichen und auch zur lutheriſchen inneren Gemeinſchaft ſei, was den Chriſten mit Chriſto, Chriſtus mit den Chriſten und ſo auch die Chriſten unter einander innerlich verbindet, der Glaube iſt. Und zwar iſt der Glaube das einzige innere Gemeinſchaftsband. Außer demſelben gibt es kein zweites, wie z. B. Delitſch, die einmal erlangte, wenn auch wieder verſcherzte Tauf⸗ gnade als ſolches zweite ſetzt. Wir ſollen und wollen es wahren, daß nur diejenigen Chriſten und alſo auch nur diejenigen wahre lutheriſche Chri⸗ ſten ſein können, die im rechtfertigenden Glauben ſtehen. Das einzige innerliche Gemeinſchaftsband iſt dieſer Glaube; denn wo er fehlt, da findet keine innerliche Gemeinſchaft mit der Kirche Gottes ſtatt, — wo dieſes Band zerriſſen wird, hält kein zweites dieſelbe mehr aufrecht. So ſpricht der Herr Chriſtus in Seinem hohenprieſterlichen Gebet ausdrücklich zu Seinem himmliſchen Vater, Joh. 17, 20. 21: „Ich bitte aber nicht