# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S72 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 72 — Die Synodal⸗Conferenz habe zunächſt die Aufgabe, daß die einzelnen zu ihr gehörenden Synoden und Gemeinden mehr ineinander wachſen und größeres Zutrauen zu einander gewinnen. Bis jetzt, warum wollten wir das leugnen? ſei, wenn auch die Synoden im Ganzen eins ſeien, doch zwiſchen gar manchen Gemeinden und auch Predigern aus der Vergangenheit her noch gar manche Mißſtimmung, manche noch nicht ganz vernarbte Wunde. Das ſollte erſt anders werden, ehe wir die innere Miſſion gemeinſam beginnen. Dazu komme: Woher ſollen wir die Leute nehmen, welche wir an dieſe Arbeit ſtellen? Von in die fünfzig an eine der hier vertretenen Synoden allein er⸗ gangenen Bitten um Prediger durch bereits beſtehende Gemeinden konnten nur dreißig gewährt und die Gemeinden mit Predigern verſorgt werden, die andern alle bleiben vor der Hand noch ohne Prediger, ſo wehe das auch thut. Geſetzt nun, wir hätten einige Männer, welche wir mit jener Arbeit betrauten, was ſoll dann aus den Gemeinden, welche ſie ſammeln, werden? Woher ſollen ſie wieder Prediger bekommen? Wohin ſollen endlich die Miſſionare der Synodal⸗Conferenz Gemeinden, welche ſie ſammeln und begründen, zum Anſchluß weiſen? Würde nicht Neid und Mißtrauen ſich bei den andern Synoden bald regen, wenn ſolche neue Gemeinden die Reihen der andern ſchwellen würden? Es wäre darum beſſer, daß die Einzelſynoden die Sache wie bisher betrieben, bis die Verhältniſſe andere geworden ſind, etwa daß jeder Staat ſeine eigene durch ihn begrenzte Synode habe. Dagegen wurde von anderer Seite geſagt: Wohl erkenne man auch die Schwierigkeit, welche ſich der Ausführung dieſer Aufgabe entgegenſtelle, aber dadurch, daß wir die Sache hinausſchieben, ſei ihr nicht geholfen. Jahr für Jahr und je länger je ernſter würde ſich uns dieſe Aufgabe aufdrängen, und im Verzug liege ſchon die Gefahr. Man bedenke, welche Verluſte unſere Kirche gerade durch das leidige Warten und Aufſchieben ſchon erlitten hat. Die Secten halten Schritt mit dem Vordringen der Einwanderung und nehmen ſo unſere beſten Glieder erſt weg. Hintendrein kommen dann freilich auch wir endlich, halten aber eine kümmerliche Nachleſe. Strafe man dann die zu den Secten Ueber⸗ gelaufenen, ſo ſagen ſie: Ja, wo waret denn ihr Lutheraner, als wir arm und elend ohne die Pflege der Kirche ſchmachtend und geiſtlich hungernd da ſaßen? Und dieſer Vorwurf würde uns dann mit Recht treffen, wenn wir das Werk unnöthig verzögerten. Sind darum die Schwierigkeiten im Augen⸗ blick auch groß, ſo ſollten ſie uns doch nicht hindern, das Werk anzugreifen im Namen des HErrn, deſſen Sache es iſt; er werde ſchon mit Rath und Hülfe bei uns ſein. Einen Anfang ſollten wir darum diesmal ſchon machen, dem lieben Gott die Hände darbieten und ſagen: Da haſt du uns, brauch uns nur zu deinem Dienſt nach deinem Wohlgefallen. Iſt die Sache doch von Gott geboten und ihm darum gewiß gefällig. Was den von der andern Seite erwähnten Neid, der zwiſchen den Synoden auftauchen würde, betreffe, ſo habe man ſolche Befürchtungen nicht. So weit ſeien wir doch durch Gottes Gnade, daß es der einen Synode nur lieb ſein werde, wenn die andere