# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S62 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 62 — ich ſtehe ja nicht im Glauben u. dergl. Wäre die Lehre der Gegner wahr, dann hätten die Ungläubigen Recht, wenn ſie ſagen: „Ba, was geben wir darum, was der Pfaff ſagt!“ Denn dann wäre es eben wirklich ein leeres Wort; nun aber ſind ihre Reden deshalb ſo ſchrecklich, weil es Gottes Abſo⸗ lution iſt, die ſie verachten und verhöhnen. Wie das Gold Gold bleibt, auch wenn es geſtohlen oder in den Koth getreten wird, ſo bleibt die Abſolu⸗ tion Abſolution, auch wenn ſie von Ungläubigen verachtet wird. Wie die Gefangenen, welche hören, ſie ſeien begnadigt und ſagen: Uns gefällt es aber im Gefängniß, deshalb doch begnadigt ſind, ſo ſind die abſolvirt, welche auch das Wort und was es bringt, nicht annehmen. Denn der große Kö⸗ nig, Gott der HErr, hat die Welt begnadigt und ſeine Diener ausgeſandt, um den Menſchen dieſe Botſchaft zu bringen. Gar herrlich ſchreibt daher Luther: „Darum muß in den Schlüſſeln Chriſti verborgen liegen ſein Blut, Tod und Auferſtehen, damit er uns den Himmel eröffnet hat, und theilet alſo durch die Schlüſſel den armen Sündern mit, was er durch ſein Blut erworben hat... Darnach denke, daß die Schlüſſel oder Vergebung der Sünden nicht ſtehet auf unſrer Reue oder Würdigkeit, wie ſie lehren und verkehren; denn das iſt ganz pelagianiſch, türkiſch, heidniſch, jüdiſch, wieder⸗ täuferiſch, ſchwärmeriſch und endechriſtiſch (antichriſtlich): ſondern wiederum, daß unſere Reue, Werk, Herz und was wir ſind, ſollen ſich auf die Schlüſſel bauen, und mit ganzem Erwägen getroſt drauf verlaſſen, als auf Gottes Wort, und bei Leibs⸗ und Seelenverluſt ja nicht zweifeln, was dir die Schlüſſel ſagen und geben, es ſei ſo gewiß, als rede es Gott ſelber: wie ers denn gewißlich ſelbſt redet; denn es iſt ſein Befehl und Wort und nicht eines Menſchen Wort oder Befehl. Zweifelſt du aber, ſo lügenſtrafeſt du Gott, verkehreſt ſeine Ordnung, und baueſt ſeine Schlüſſel auf deine Reue und Würdigkeit. Reuen ſollſt du, das iſt wahr; aber daß darum die Vergebung der Sünden ſollte gewiß werden, und des Schlüſſels Werk beſtätigen, das heißt den Glauben verlaſſen und Chriſtum verleugnet. Er will dir die Sünde nicht um deinetwillen, ſondern um ſein ſelbſt willen, aus lauter Gnaden, durch den Schlüſſel vergeben und ſchenken... Laß dich hie nicht irren das phariſäiſche Geſchwätz, damit ſich etliche ſelbſt närren, wie ein Menſch möge Sünde vergeben, ſo er doch die Gnade nicht geben kann, noch den Heiligen Geiſt. Bleibe du bei den Worten Chriſti, und ſei du gewiß, „daß Gott keine andere Weiſe hat, die Sünde zu vergeben, denn durch das mündliche Wort, ſo er uns Menſchen befohlen hat. Wo du nicht die Ver⸗ gebung im Wort ſucheſt, wirſt du umſonſt gen Himmel gaffen nach der Gnade oder (wie ſie ſagen) nach der innerlichen Vergebung. Sprichſt du aber, wie die Rottengeiſter und Sophiſten auch thun: Hören doch Viele der Schlüſſel Binden und Löſen, kehren ſich dennoch nicht daran, und bleiben ungebunden und ungelöſet; drum muß etwas anders da ſein, denn das Wort und die Schlüſſel: der Geiſt, Geiſt, Geiſt muß thun. Meinſt du aber, daß er nicht gebunden ſei, der dem Bindeſchlüſſel nicht glaubet? Er ſolls wohl erfahren