# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S60 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 60 — Chriſtum. Und ſolche Gewiſſen ſollen gläuben, daß ihnen aus Gnaden um Chriſtus willen Sünde vergeben werde. Derſelbig Glaube richtet wieder auf, tröſtet und macht lebendig und fröhlich ſolch zerſchlagene Herzen, wie Paulus Röm. 5. ſagt: ‚So wir nun gerechtfertigt ſein, ſo haben wir Frieden mit Gott.‘ Derſelbe Glaub zeiget recht an den Unterſchied unter der Reue Judä und Petri, Sauls und Davids. Und darum iſt Judä und Sauls Reue nichts nütz geweſt, denn da iſt nicht Glaube geweſt, der ſich ge⸗ halten hätte an die Verheißung Gottes durch Chriſtum. Dagegen ſind Da⸗ vids und St. Peters Reue rechtſchaffen geweſen, denn da iſt der Glaube geweſt, welcher gefaßt hat die Zuſage Gottes, welche anbeut Vergebung der Sünden durch Chriſtum.“ (S. 172.) Und im Großen Katechismus: „Daß aber unſere Klüglinge, die neuen Geiſter, fürgeben: Der Glaube macht allein ſelig, die Werk aber und äußerlich Ding thun nichts dazu, antworten wir, daß frei⸗ lich nichts in uns thut, denn der Glaube, wie wir noch weiter hören werden; das wollen aber die blinden Leiter nicht ſehen, daß der Glaube etwas haben muß, das er gläube, das iſt, daran er ſich halte und darauf er ſtehe und fuße... Nun ſind ſie ſo toll, daß ſie von einander ſcheiden den Glauben und das Ding, daran der Glaube haftet und gebunden iſt, ob es gleich äußerlich iſt. Ja es ſoll und muß äußerlich ſein, daß mans mit Sinnen faſſen und begreifen und dadurch ins Herz bringen könne, wie denn das ganze Evangelium eine äußerliche und mündliche Predigt iſt. Summa, was Gott in uns thut und wirket, will er durch ſolche äußerliche Ordnung wirken.“ (Seite 489.) Wenn Jemand zu den Schwärmern ſagen würde: Hier iſt Brod, das hat aber nur dann eine nährende Kraft, wenn es von dem genoſſen wird, der Hunger hat, oder: dieſe Arznei hat ihre Heilkraft nur, wenn ſie ein Kranker nimmt, ſo würden ſie ſelbſt einſehen, daß dies Thorheit ſei. So hat aber auch das Evangelium nicht nur da ſeine Kraft, wo es ein Bußfertiger und Gnadenhungriger hört, ſondern auch wenn es dem Gott⸗ loſen verkündigt wird. Das aber iſt wahr: Wer das Brod nicht ißt, den nährt es nicht; wer die Arznei nicht nimmt, den heilt ſie nicht; und wer dem Evangelio nicht glaubt, den tröſtet es nicht; aber das ſollte doch auch ein Schwärmer einſehen, daß die Kraft des Wortes nicht im Menſchen liegt, ſo wenig als die nährende Kraft des Brodes in ihm liegt. Aus der Behauptung, das Evangelium und die Abſolution ſei beim Unbußfertigen nicht kräftig, ergeben ſich die allerſchrecklichſten Schlußfolgerungen: Da⸗ durch wird geleugnet Chriſti allgenugſames Verdienſt, die Erlöſung und Ver⸗ ſöhnung der Welt, denn dann müßte immer der Glaube gefaßt werden als ein Werk, das noch hinzukommen muß, damit im Evangelio eine Vergebung ſei. Dann folgt daraus, daß Chriſti Verdienſt nicht allgenugſam ſei. Iſt aber Chriſti Verdienſt nicht allgenugſam, ſo iſt Chriſtus auch nicht wahrer Gott. Man könnte auch keinem Menſchen mit gutem Gewiſſen das Evan⸗ gelium predigen und ihn zum Abendmahl laſſen, von dem man nicht gewiß