# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S54 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 54 — auf daß der Heilige Geiſt immer an uns arbeite durch das Wort und täglich Vergebung austheile bis in jenes Leben, da nicht mehr Vergebung wird ſein, ſondern ganz und gar reine und heilige Menſchen, voller Frommkeit und Gerechtigkeit, entnommen und ledig von Sünde, Tod und allem Unglück in einem neuen unſterblichen verklärten Leibe.“ (Seite 458. 459.) Ferner: „Daß ſolch Verdienſt und Wohlthaten Chriſti durch ſein Wort und Sacra⸗ ment uns ſollen vorgetragen, dargereicht und ausgetheilt werden.“ (S. 708.) Hier hören wir, wie es unſere Bekenntniſſe bezeugen, daß durch die Sacramente die Wohlthaten Chriſti auch dargereicht und ausgetheilt werden. Die Alten, wenn ſie von denen reden, welche noch nicht glauben, bedienen ſich meiſt des Wortes offerre = vortragen und anbieten. Von einer Mittheilung (conferre) iſt nur in dem Sinne die Rede, daß es die Zu⸗ eignung von des Menſchen Seite einſchließt. Von Gottes Seite aber theilen die Sacramente die Güter ſo gewiß mit, ſo gewiß Gott nicht lügt. Wenn darum Gott einem Menſchen ſagt: Deine Sünden ſind dir vergeben, ſo hat er damit auch gewißlich gegeben, was die Worte ſagen und wie ſie lauten. Wenn wir hier vom Mittheilen reden, ſo reden wir gar nicht davon, was unter Umſtänden ſtattfinde, ſondern daß überhaupt den Gnadenmitteln eine mittheilende Kraft nicht abzuſprechen ſei. Freilich dem, der nicht glaubt, wird durch ſie nichts mitgetheilt, wenn man im ſtricten Sinn von der Be⸗ deutung dieſes Wortes reden will. Wir reden aber davon, welche die Gna⸗ denmittel an ſich haben, und da ſagen wir: Dieſe Kraft beſteht nicht nur darin, daß ſie anzeigen, was Gott für uns gethan, noch darin nur, daß Gott durch ſie anklopft an dem Herzen des Sünders, ſondern ſie haben auch die wunderbare Kraft, daß ſie geben, was das Wort enthält. Wenn Gott ſagt: Du biſt mein Kind, ſo bin ich durch dies Wort auch ſein Kind geworden, wie der Heiland ſagt: Ihr ſeid rein um des Wortes willen, das ich zu euch ge⸗ redet habe. Wie das Wort bei der Schöpfung die Macht hatte, alle Dinge aus dem Nichts ins Daſein zu rufen, ſo auch bei der Rechtfertigung des Sünders, nur daß da der Menſch die ſchreckliche Macht hat, dem Wort zu widerſtehen. Fragt man nun aber: Wie kann denn das Wort Gottes etwas wirken, ohne zugleich die Gnade mitzutheilen? ſo iſt zu antworten: Es iſt zweierlei, darreichen und mittheilen. Wenn das Wort die Vergebung der Sünden darreicht, das iſt ein Stück, wenn es aber den Glauben im Her⸗ zen wirkt, daß der Sünder die dargereichte Gnade nun auch ergreift, das iſt das andere Stück. Die Beſſeren unter den Reformirten geben das erſte zu, die andern leugnen beides. Sie leugnen zum Theil nicht, daß das Wort den Glauben entzünde, aber nun geht er nach ihnen ſpazieren und ſieht zu, wo er Gott findet. Gottes Wort aber lehrt und ein Lutheraner glaubt das auch, daß im Wort ſchon Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit iſt, und der Glaube erfaßt das auch. Wenn die Reformirten auch zuweilen zugeben, daß das Wort Gottes auch eine bewirkende, eine bekehrende Kraft habe, ſo meinen ſie doch alle, aber vom Himmel müſſe man die Vergebung der Sünden holen.