# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 53 — Von ihm ſollen wir Lutheraner lernen. Dies lehrt die Apologie, wenn ſie ſagt: „Derohalben ſo oft wir reden von dem Glauben, der gerecht macht oder justificante, ſo ſind allezeit dieſe drei Stücke oder Objecta bei einander: Erſtlich, die göttliche Verheißung; zum andern, daß dieſelbe umſonſt, ohne Verdienſt Gnade anbeut; zum dritten, daß Chriſti Blut und Verdienſt der Schatz iſt, durch welchen die Sünde be⸗ zahlt iſt. Die Verheißung wird durch den Glauben empfangen; daß ſie aber ohne Verdienſt Gnade anbeut, da geht all unſer Würdigkeit und Ver⸗ dienſt unter und zu Boden und wird gepreiſet die große Gnade und Barm⸗ herzigkeit. Der Verdienſt Chriſti aber iſt der Schatz, denn es muß ja ein Schatz, ein edles Pfand ſein, dadurch die Sünden aller Welt bezahlt ſind. Die ganze Schrift Alten und Neuen Teſtaments, wenn ſie von Gott und Glauben redet, braucht ſie viel dieſes Worts: Güte, Barmherzigkeit, miseri- cordia, und die heiligen Väter in allen ihren Büchern ſagen alle, daß wir durch Gnade und Güte, durch Vergebung ſelig werden. So oft wir nun das Wort Barmherzigkeit in der Schrift oder in den Vätern finden, ſollen wir wiſſen, daß da vom Glauben gelehrt wird, der die Verheißung ſolcher Barmherzigkeit faſſet. Wiederum ſo oft die Schrift vom Glauben redet, meinet ſie den Glauben, der auf lauter Gnade baut, denn der Glaube nicht darum für Gott fromm und gerecht macht, daß er an ihm ſelbſt unſer Werk und unſer iſt, ſondern allein darum, daß er die verheißene angebotene Gnade ohne Verdienſt aus reichem Schatz geſchenkt nimmt.“ (Seite 96. 97.) Es iſt dieſe Stelle deshalb hier wichtig, weil ſie zeigt, daß das Concordienbuch etwas ganz anderes unter den Gnadenmitteln verſtehe, als die Schwärmer. Sie meinen immer, es ſei mit den göttlichen Verheißungen, wie es mit Men⸗ ſchenwort iſt, da das angezeigte Ding noch nicht im Wort liegt; allein bei Gott iſt die Sache ins Wort eingewickelt. Daher bedienen ſich die ſymboliſchen Bücher der Sprache der Bibel, welche oft das Abſtractum nennt und das Concretum meint; ſo Paulus, welcher unter Verheißung immer das Verheißene verſteht. So werden in den Schmalkaldiſchen Artikeln die Sacramente genannt „Mittel, welche die Verheißung ſollen denen mittheilen, die ſie begehren“. Hieher gehört auch, was im großen Katechismus geſagt iſt: „Darnach weiter glauben wir, daß wir in der Chriſtenheit haben Vergebung der Sünden, welches geſchiehet durch die heiligen Sacramente und Abſolution, dazu allerlei Troſtſprüche des ganzen Evangelii.... Außer der Chriſtenheit aber, da das Evangelium nicht iſt, iſt auch keine Vergebung nicht, wie auch keine Heiligkeit da ſein kann. Darum haben ſich alle ſelbſt da ausgeworfen und geſondert, die nicht durchs Evangelium und Vergebung der Sünden, ſondern durch ihre Werke Heiligkeit ſuchen und verdienen wollen. Indeß aber, weil die Heiligkeit angefangen iſt und täglich zunimmt, warten wir, daß unſer Fleiſch hingerichtet und mit allem Unflath beſcharret werde, aber herrlich herfür komme und auferſtehe zu ganzer und völliger Heiligkeit in einem neuen Leben. Denn jetzt bleiben wir halb und halb rein und heilig,