# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 48 — ihm wegzunehmen und ihn zu rechtfertigen, ſo war es ja klar, daß die Schuld mit aller ihrer Verdammung nicht nur von JEſu weggenommen war, ſondern auch von der Welt; denn die Schuld konnte da nicht wieder auf die Welt zurück fallen, inſofern deren Bevollmächtigter, auf welchem alle ihre Schuld lag, dieſelbe getilgt hatte. So ſehen wir, daß auch über die Welt eine Recht⸗ fertigung erging in derſelben Stunde, als JEſus gerechtfertigt wurde, und zwar zugleich mit ihm. Röm. 5, 18.“ (S. 116.) Wenn in der heiligen Schrift geſagt wird: Wäre Chriſtus nicht auferſtanden, ſo wäre euer Glaube eitel, ſo wäret ihr noch in euren Sünden, wenn der Artikel von der Aufer⸗ ſtehung Chriſti von den Vätern der allerchriſtlichſte Artikel genannt wird, wenn die Kirche in ihren Oſterliedern lauter Jubel darüber ausdrückt, ſo müſſen gewiß der Heilige Geiſt, die heiligen Apoſtel, die durch den Heiligen Geiſt geſchrieben haben, die Kirche und die Väter Urſache gehabt haben, war⸗ um ſie eine ſolche Sprache führten, warum eine ſo hohe Bedeutung der Auf⸗ erſtehung Chriſti beigelegt worden iſt. Nun ſagt die Schrift: Er iſt um unſerer Sünde willen dahingegeben ꝛc. Was heißt das? Chriſtus iſt um unſerer Sünde willen dahingegeben, der HErr ſtirbt am Kreuz nicht mit eigener Sünde, ſondern beladen mit der Schuld der Welt, deren Bürge er war. Als er geſtorben war, war die Schuld bezahlt, da konnte die ganze Welt rufen: Für mich, für mich iſt genug gethan nach dem Recht der Bürgſchaft. Chriſtus iſt aber nicht im Tode geblieben, er iſt auferſtanden, auferweckt vom Vater. Was iſt damit bezeugt worden? Mit Recht kann man ſagen, die Aufer⸗ ſtehung Chriſti verbürgt uns ſeine wahrhaftige Gottheit; ſie lehrt, daß wahrhaftig eine allgemeine Auferſtehung der Todten erfolgen werde; aber ſie bedeutet noch mehr: der Apoſtel ſagt: Chriſtus iſt um unſerer Gerechtigkeit willen auferweckt worden. Durch die Herrlichkeit des Vaters wurde Chriſtus für gerecht erklärt. Der Bürge iſt losgelaſſen worden, weil er alle Schulden bezahlt hatte, für die er ſeine Bürgſchaft gegeben hatte. Nun geſchah aber ſeine Bezahlung für die Menſchen, alſo ſind dieſe damit auch frei und los. Wie Chriſtus als Heiland geſtorben iſt, ſo iſt er auch als Heiland auferweckt von den Todten. Theſis 6: „Dieſe durch Chriſti Erlöſungswerk für alle Menſchen wieder erworbene Gnade, Vergebung, Gerechtigkeit, Leben und Seligkeit bringt Gott den Menſchen in den Gnadenmitteln. Denn die evangeliſche Verhei⸗ ßung, welche im Wort des Evangeliums und in den heiligen Sacramenten enthalten iſt, iſt nicht ein leerer Schall oder ein inhaltsloſes Verſprechen, ſon⸗ dern eine kräftige Darreichung und Schenkung aller der Güter, welche Gott in dieſem Wort ſeiner Gnade verheißt.“ In dieſem Paragraphen wird die Lehre von den Gnadenmitteln zuſammengefaßt, wie ſie in dieſer Beziehung in Betracht kommt, daß nämlich der ganze Schatz, wie er durch Chriſti Thun und Leiden erworben und durch ſeine Auferſtehung beſiegelt worden iſt, in den Gnadenmitteln niedergelegt und gebracht wird, damit die Menſchen in dieſen Gnadenmitteln den Schatz