# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S42 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 42 — bezahlt, ſie iſt darum nun frei von ihrer Schuld; jetzt kann die ganze Welt Victoria rufen, denn ihre Freiheit von der Sünde und ihre Gerechtigkeit iſt gewonnen. Damit ſteht nicht im Widerſpruch, daß der Menſch durch den Glauben gerecht wird, denn wenn vom Glauben die Rede iſt, ſo wird damit die perſönliche Aneignung von Seiten des Menſchen und die Zurechnung der erworbenen Gerechtigkeit von Seiten Gottes hervorgehoben. Sie aber wäre nicht möglich, wenn nicht erſt durch Chriſti Tod und Auferſtehung die Welt gerechtfertigt wäre, wenn der Verurtheilung im Tode nicht die Losſprechung in der Auferſtehung gefolgt wäre. Dr. Luther ſagt zu den Worten Gal. 1, 2.: „Und Gott den Vater, der ihn auferwecket hat von den Todten“, Folgendes: „Es läßt ſich ſchier alſo anſehen, als hätte St. Pau⸗ lus dieſe Worte wohl mögen außen laſſen; aber wie ich zuvor geſagt habe, weß ihm das Herz voll iſt, deß gehet der Mund über. Das Herz, Sinn und Muth iſt ihm entbrannt, daß er gerne wollte alsbald in der Unterſchrift den unbegreiflichen Schatz der Gnaden Chriſti ausſchütten und von der Gerech⸗ tigkeit Gottes, die da heißt die Auferſtehung der Todten, predigen. Denn Chriſtus, der da lebet und von Todten auferſtanden iſt, der redet ſelbſt durch ihn und treibet ihn alſo; darum ſagt er nicht ohne Urſache dazu, er ſei traun auch ein Apoſtel durch Gott den Vater, der JEſum Chriſtum hat von den Todten auferwecket. Gleich ob er ſagen wollte: Es gilt hier wider den Satan und das giftige Otterngezücht, des Satans Werkzeug, zu han⸗ deln, als die mir wollen umſtoßen die Gerechtigkeit meines HErrn Chriſti, durch Gott den Vater von Todten auferwecket, durch welche Gerechtigkeit allein wir vor Gott auch fromm gemacht und von den Todten zum ewigen Leben auferweckt werden ſollen. Weil ſie ſich aber ſolche Gerechtigkeit Chriſti umzuſtoßen unterſtehen, widerſtehen ſie beide dem Vater und Sohn und dem, das dieſer beider Werk iſt. Alſo läſſet er ihm, ſobald er nur den Mund auf⸗ thut, den ganzen Handel und Hauptſache dieſer Epiſtel auf einmal heraus entfahren. Die Hauptſache aber iſt die Auferſtehung Chriſti, welcher um unſerer Gerechtigkeit willen auferſtanden iſt, Röm. 4, 25., und da⸗ durch überwunden hat das Geſetz, die Sünde, Tod und alles Unglück. Der⸗ halben ſeine Ueberwindung eine Ueberwindung des Geſetzes, der Sünden, unſers Fleiſches, der Welt, des Teufels, Todes, der Höllen und allerlei Uebels und Unglücks iſt. Und ſolchen ſeinen Sieg und herrliche fröhliche Ueber⸗ windung hat er uns geſchenkt und zu eigen gegeben. Darum hat es, Gott Lob, keine Noth mit uns. Denn ob uns die Tyrannen und Feinde wohl anklagen und ſchrecken mögen, können ſie uns dennoch in keine Verzweiflung oder Verdammniß bringen, ſintemal Chriſtus, der von den Todten aufer⸗ ſtanden iſt und ſie alleſammt überwunden hat, unſere Gerechtigkeit iſt. Dar⸗ um ſagen wir Gott Lob und Dank in Ewigkeit, der uns ſolchen fröhlichen Sieg und Ueberwindung gegeben hat durch JEſum Chriſtum, unſern HErrn. Amen.“ Auf eine Anfrage der Glieder der ehrwürdigen „Norwegiſchen Synode“,