# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 41 — für die ganze Welt wieder gebracht und in Chriſto als dem Stellvertreter der ganzen Menſchheit über alle Menſchen gekommen.“ Dieſe Theſis iſt der vorhergehenden hinzugefügt, um zu zeigen, wie die Auferſtehung Chriſti der Grund und Eckſtein der Rechtfertigung ſei. Bei ſeinem Sterben hat Chriſtus ſein Blut als Löſegeld für die Sünden der Welt vergoſſen, durch die Auferſtehung des Sohnes gibt Gott der Vater Zeugniß, daß er das Sühnopfer ſeines Sohnes als ein vollgiltiges angenommen habe. Sehr häufig ſtellt die Schrift Tod und Auferſtehung Chriſti zuſammen und die heiligen Apoſtel nennen ſich, um das Weſen ihres Amtes zu bezeichnen, geradezu Zeugen der Auferſtehung Chriſti, um dadurch zugleich die große Wichtigkeit derſelben recht hervorzuheben. So ſchreibt z. B. der Apoſtel Paulus Röm. 4, 25.: „Chriſtus iſt um unſerer Sünden willen dahin gegeben und um unſerer Gerechtigkeit willen auferwecket.“ Iſt nun Chriſtus um unſerer (wie es nach dem Urtexte heißt) Rechtfertigung willen auf⸗ erweckt, ſo muß ja gerade die Auferſtehung der Grund ſein, auf dem ſie ruht, ohne welche ſie unmöglich wäre. Solche Rechtfertigung aber iſt eine all⸗ gemeine, für alle Menſchen erworbene, denn Röm. 5, 18. heißt es: „Wie durch eines Sünde die Verdammniß über alle Menſchen gekommen iſt, alſo iſt auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menſchen gekommen.“ Mit der Sünde, die durch einen über alle gekommen war, beladen, ging Chriſtus in den Tod, von dieſer Sünde aller iſt er durch die Auferweckung abſolvirt, und iſt das, was Gott der Vater hiermit an Chriſto gethan hat, nicht dem Sohn zu gut geſchehen, ſondern für die ganze Menſchheit. Darum iſts nach Röm. 8, 33. 34. nicht genug, daß Chriſtus geſtorben iſt, ſondern „viel mehr“ iſt die Auferweckung der letzte und höchſte Grund der Rechtfertigung, denn durch ſie hat es der Vater beſiegelt, daß er das Opfer ſeines Sohnes für die Sündenſchuld der Menſchheit angenommen habe. Darum ſchreibt auch der Apoſtel 1 Cor. 15, 17.: „Iſt Chriſtus nicht auferſtanden, ſo iſt euer Glaube eitel, ſo ſeid ihr noch in euren Sünden, ſo ſind auch die, ſo in Chriſto entſchlafen ſind, verloren.“ Alſo wäre das ganze Erlöſungswerk von Gott für ungiltig erklärt, wenn er Chriſtum nicht auferweckt hätte. Viele, ſelbſt unter den Predigern, wiſſen nicht recht, was ſie mit der Auferſtehung Chriſti anfangen ſollen. Sie leſen einmal, Chriſtus habe ſich ſelbſt auferweckt, dann wieder, der Vater habe ihn auferweckt, und das wiſſen ſie nicht recht zu reimen, ſo meinen ſie denn einmal, Chriſtus ſei auferſtanden, um damit ſeine Gottheit zu erweiſen, ein anderes Mal, er ſei auferweckt, damit die Möglichkeit und Gewißheit unſerer Auferſtehung bewieſen würde. So wahr aber nun beides iſt, ſo iſt doch beides nicht die Hauptſache. Nur um ſeine Gottheit zu be⸗ weiſen, wäre Chriſtus nicht geſtorben und dann wieder auferſtanden, und die Möglichkeit unſerer Auferſtehung war ja auch ſchon durch die Auferweckung Anderer vor Chriſto bewieſen; die Hauptſache bleibt, daß Gott durch Chriſti Auferweckung erklärte: Chriſtus hat jetzt für die Sünden der ganzen Welt