# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 38 — ligen Evangelii durch den Heiligen Geiſt fürgetragen wer⸗ den, und iſt allein der Glaube das einige Mittel, dadurch wir ſie ergreifen, annehmen und uns appliciren und zueignen, welcher iſt eine Gabe Gottes, dadurch wir Chriſtum unſern Erlöſer im Wort des Evangelii recht erkennen und auf ihn vertrauen, daß wir allein um ſeines Gehorſams willen aus Gnaden Vergebung der Sünden haben, für fromm und gerecht vor Gott dem Vater gehalten und ewig ſelig werden. Demnach für eins gehalten und ge⸗ nommen, wenn Paulus ſpricht, daß wir durch den Glauben gerecht werden, Röm. 3., oder daß der Glaube uns zur Gerechtigkeit zugerechnet werde, Röm. 4. Und wenn er ſpricht, daß wir durch des einigen Mittlers, Chriſti, Gehorſam gerecht werden, oder daß durch eines Gerechtfertigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menſchen komme, Röm. 5. Denn der Glaube macht ge⸗ recht nicht darum und daher, daß er ſo ein gut Werk und ſchöne Tugend, ſondern weil er in der Verheißung des heiligen Evangelii den Verdienſt Chriſti ergreift und annimmt; denn derſelbe muß uns durch den Glauben applicirt und zugeeignet werden, wenn wir dadurch gerecht ſollen werden, daß alſo die Gerechtigkeit, die vor Gott dem Glauben oder den Gläubigen aus lauter Gnade zugerechnet wird, iſt der Gehorſam, Leiden und Auferſtehung Chriſti, da er für uns dem Geſetz genug gethan und für unſere Sünde be⸗ zahlet hat. Denn weil Chriſtus nicht allein Menſch, ſondern Gott und Menſch in einer unzertrennten Perſon, ſo iſt er eben ſo wenig unter dem Ge⸗ ſetz geweſen, weil er ein Herr des Geſetzes, als daß er für ſeine Perſon leiden und ſterben ſollte. Darum uns denn ſein Gehorſam nicht allein im Leiden und Sterben, ſondern auch daß er freiwillig an unſerer Statt unter das Geſetz gethan und dasſelbige mit ſolchem Gehorſam erfüllet, uns zur Gerech⸗ tigkeit zugerechnet, daß uns Gott um ſolches ganzen Gehorſams willen, ſo er im Thun und Leiden, im Leben und Sterben für uns ſeinem himmliſchen Vater geleiſtet, die Sünde vergibt, uns für fromm und gerecht hält und ewig ſelig machet. Solche Gerechtigkeit wird durchs Evangelium und in den Sacramenten von dem Heiligen Geiſt uns fürgetragen und durch den Glau⸗ ben applicirt, zugeeignet und angenommen, daher die Gläubigen haben Ver⸗ ſöhnung mit Gott, Vergebung der Sünden, Gottes Gnade, die Kindſchaft und Erbſchaft des ewigen Lebens.“ (S. 612. 613.) Ferner: „Weil der Gehorſam (Chriſti) der ganzen Perſon iſt, ſo iſt er eine vollkommene Ge⸗ nugthuung und Verſöhnung des menſchlichen Geſchlechts, dadurch der ewigen unwandelbaren Gerechtigkeit Gottes, ſo im Geſetz geoffen⸗ baret, genug geſchehen, und alſo unſere Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ſo im Evangelio geoffenbaret wird, darauf ſich der Glaube vor Gott verläßt, welche Gott dem Glauben zurechnet, wie geſchrieben ſteht Röm. 5.: Gleich wie durch eines Menſchen Ungehorſam viel Sünder geworden ſind, alſo auch durch eines Gehorſam werden viel Gerechte, und 1 Joh. 1.: Das Blut JEſu Chriſti, des Sohnes Gottes,