# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 27 — St. Paulo in der Wahrheit die rechte Pforte des Paradieſes.“ (XIV, 460 bis 462.) Auch mit den Worten: „In meinem Herzen herrſchet allein und ſoll auch herrſchen dieſer einige Artikel“ (VIII, 1529.), hat es Luther deutlich genug ausgeſprochen, daß ihn bei der Reformation nichts anderes geleitet hat, als dieſe Lehre. Auch in andern Ländern und zu andern Zeiten iſt es dieſe Lehre geweſen, welche die Kirche wieder erneuert hat. Wohl hatte Dr. Luther gar bald viele Gräuel des Pabſtthums erkannt, aber dabei hatte er noch die falſche Lehre von der Kirche und meinte darum, was ſei er, daß er ſich unter⸗ ſtehen ſollte, ſich aufzulehnen gegen die heilige Kirche? Dies dürfe er nim⸗ mermehr; er müſſe ſich vielmehr ducken. Erſt als ihm klar wurde, daß die Gerechtigkeit, die im Evangelio offenbart wird, die ſei, welche Gott gibt und damit er den Sünder gerecht macht, da öffneten ſich ihm die Pforten des Paradieſes und nun konnte er auch wie ein Held dem Pabſtthum und allen ſeinen Verführungen entgegen treten. Wie es aber dann geht, wenn man dieſe Lehre nicht mehr rein hat, ſehen wir hier zu Lande mit Augen. Welch gräu⸗ liche und unſinnige Irrthümer kommen hier auf die Bahn und finden An⸗ hänger! Warum? Darum, weil, wenn Jemand nicht mehr den rechten Maßſtab für Wahrheit und Irrthum hat, er wohl oft erſt denkt: die Stel⸗ len, auf welche ſich die Irrlehrer gründen, können das wohl nicht ſagen, was ihnen untergelegt wird; fällt er indeß einem ſchlauen Fuchs in die Hände, der ihm die Sache plauſibel zu machen verſteht, ſo fällt er dem Irrthum doch zu. Wir müſſen darum einen Maßſtab haben, der es uns, wenn wir uns nach ihm richten, unmöglich macht, einen Irrthum aufzunehmen, dieſer Maß⸗ ſtab iſt aber die Lehre von der Rechtfertigung. Wer die erkannt hat, der lacht aller gelehrten un⸗ und halbgläubigen Profeſſoren mit aller ihrer Be⸗ redſamkeit und Gelehrſamkeit, wenn ſie falſch lehren; ſtimmt, was ſie ſetzen und ſagen, nicht mit ſeinem Kinderſprüchlein: „Das Blut JEſu Chriſti, des Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden“, ſo tritt es, mag es noch ſo großen Schein der Weisheit oder Heiligkeit haben, auch der Einfäl⸗ tigſte mit Füßen und nennt es Teufelsd . . ck. Das iſt die Urſache geweſen, weshalb Luther ein ſo unüberwindlicher Reformator wurde. Hätte es da gefehlt, ſo hätte ihn freilich ſchon ein Mann wie Erasmus umſtoßen können. Da er aber auf dieſem Felſen ſtand, ſo lachte er über des Pabſts Gelehrte und über Zwingli dazu. Wenn ihm immer neue verführeriſche Geiſter ent⸗ gegentraten, ſo prüfte er ſie nach dieſem Artikel, und ſtimmten ſie damit nicht, ſo ſprach er: Hebet euch hinweg zu dem, der euch geſandt hat. Es muß aber dieſe Lehre ſo von uns aufgenommen werden, daß ſie das Princip unſers Glaubens, unſeres Lebens und unſerer ganzen Amtsführung wird, dann werden auch unſere Gemeinden getroſt und fröhlich. Denn wenn ſie merken, daß wir ſie ihrer Seligkeit gewiß machen, dann ſind wir ihre beſten Freunde. Was hilft ihnen das, wenn wir ſehr beredte Leute, ſehr populäre Prediger, ſehr würdevolle Pfarrer ſind? Gewiß ſehr wenig. Wenn ſie aber ſagen können: Unſer Paſtor hat uns unſerer Seligkeit gewiß gemacht, wir wiſſen