# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S188 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 188 Literatur. von Herzen unterschreiben, theilen wir auch unseren geehrten Lesern mit dem Wunsche mit, daß dieselbe das Verlangen nach einem vorzüglichen Werke für eine Pfarrers⸗Bibliothek rege machen möge. W. Beste (Past. zu Wolfenbüttel), Die bedeutendsten Kanzelredner der luth. Kirche des Reformationszeitalters in Biographien und einer Auswahl ihrer Predigten. (Als Bd. 1. des größeren Werks: Die bedeutendsten Kanzelredner der ält. luth. Kirche von Luther bis zu Spener.) Leipzig (Mayer). 1856. X u. 466 S. gr. 8. Der Verf. geht in der Einleitung zu seinem reichen Werke aus von einem Blicke auf das unmittelbar vorreformatorische Predigtwesen, welches er in den Resten wahrhaft christlichen Gehalts, wie in den überfluthenden un⸗ und antichristlichen Ansätzen anziehend darlegt. So bahnt er sich den Weg zur Zeichnung der überwältigenden göttlichen Kraft, mit der die Predigt der Reformatoren dem Volke ins Herz drang, indem er mit warmer Liebe in den Quell und in die Aeußerung dieser Wiedergeburt christlicher Predigt hineinschaut, wie sie mit der Wiederherstellung der wahren Kirche eintrat, wobei er dann zugleich auch den Unterschied der lutherischen Predigt von der reformirten in feinen und klaren Zügen scharfblickend würdigt. Dadurch hat er das Interesse für das Unternehmen gesichert, welches er in diesem selbständig für sich bestehenden Bande der Predigt der reformatorischen Zeit zuwenden will. 18 Prediger jener großen Zeit (Luther, Wencesl. Linck, Casp. Aquila, Urbanus Rhegius, Joh. Spangenberg, Justus Jonas, Joh. Bugenhagen, Joh. Brentz, Mech. Cölius, Seb. Fröschel, Nik. v. Amsdorff, Ant. Corvinus, Veit Dietrich, Ge. Major, Joh. Mathesius, Er. Sarcerius, Joach. Mörlin, Ge. Fürst von Anhalt), denen er zuletzt noch Melanchthon, seiner Postille wegen, zufügt, stellt er, nicht skelettartig, sondern bei aller (nur selten durch seine eigene Irenik getrübten) Geschichtstreue saft- und lebenvoll, in quellenhaften und an anziehenden Details reichen Abrissen ihres ganzen Lebens dar, indem er dann bei jedem in extenso 1, 2, 3, 4 Predigten als homiletische Specimina mittheilt. Den mitgetheilten Predigten liegen durchweg die ältesten, unverändert (mit Ausnahme der Orthographie und Interpunction) wiedergegebenen Drucke zum Grunde, zum großen Theil aus sehr selten gewordenen Bücherexemplaren, vorzüglich der dem Verf. so nahen berühmten Guelpherbytana, entnommen, und es ist ein wahres Verdienst des Verf.'s, daß er so die fast verschollenen Predigten bedeutsamer reformatorischer Zeugen wieder bekannter und flüssiger gemacht hat. Ob er mit vollem Rechte dabei gerade diese oder jene Predigt ausgewählt, ist freilich eine schwer zu beantwortende Frage. Prediger zweiten Ranges wollte der Herausgeber nicht beachten; und auch hier wäre ja freilich zu fragen gewesen, ob alle die Genannten Prediger ersten Ranges waren. Jedenfalls gab es außer ihnen noch so manche andere, von denen aber gedruckte Predigten nicht vorhanden waren. Daß der Herausgeber übrigens ausschließlich lutherische Prediger behandelt hat, dazu hat ihn außer der Nothwendigkeit der Stoffbe⸗