# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 19 — In dieſen Theſen ſoll die Art und Weiſe angegeben werden, wie wir un⸗ ſerer Pflicht nachkommen können und zwar ſowohl da, wo ſchon Gemeinden beſtehen, als auch da, wo ſolche erſt ganz neu zu gründen ſind. Offenbar nimmt die Zahl derer, welche der engliſchen Sprache mächtiger ſind, als irgend einer andern, von Jahr zu Jahr hier zu Lande zu. Da nun bei ſolchen Uebergängen die Gefahr gar nahe liegt, daß ſolche Leute mit ihrer Sprache und ihrem Charakter auch ihr lutheriſches Bekenntniß verlieren, ſo iſt es gewiß nöthig und heilſam, daß Prediger, welche der engliſchen Sprache mächtig ſind, dieſes Pfund nicht vergraben, ſondern es treulich anwenden. Sie ſollen ſich davon auch nicht durch die Furcht abhalten laſſen, daß dann ihre jungen Leute ſchnell zahlreich zur engliſchen Kirche übergehen würden, denn nur dann wäre ja eine ernſtliche Befürchtung am Platz, wenn ſie zu einer engliſchen Kirche übergingen, welche die reine Lehre nicht hat. Sobald wir aber engliſche Kirchen des reinen Wortes haben, iſt es ja kein Schade für ihre Seelen, wenn ſie ſich ihnen anſchließen. Zudem werden wir finden, daß die Vorliebe für engliſche Gemeinden bei unſeren jungen Leuten, wenn ſie ſich anſchließen ſollen, gar nicht ſo groß iſt; was in ſehr vielen Fällen ſeinen Grund darin haben mag, daß die jungen Leute wohl die Umgangsſprache verſtehen, aber wenig von der Kirchenſprache. Mit dem Einräumen der Kirchen zu Abhaltung der engliſchen Gottesdienſte mag es hie und da ſeine Schwierigkeiten haben, da durch Anderer Schaden gewarnt, welche durch eine ſolche Gefälligkeit um ihre Kirchen gebracht wurden, manche Gemeinden in ihre Conſtitutionen die Beſtimmung aufgenommen haben, daß in ihrer Kirche nie engliſch gepredigt werden dürfe. Doch wird ſelbſt eine ſolche Gemeinde, ſo ſie anders Liebe zu dem Reiche Gottes hat, gewiß, ſobald die Umſtände es erfordern, auf andere Weiſe Rath ſchaffen, daß der engliſche Gottesdienſt auf⸗ gerichtet werden könne.“ Theſis 5: „Wo es möglich iſt, ſollten unſere Prediger, falls man irgend Ausſicht hat, dadurch Glieder der Kirche zu erhalten, die ſonſt in Ge⸗ fahr wären, ſich einer Secte in die Arme zu werfen, oder andere zu gewinnen, die ſonſt draußen ſtehen blieben, das Evangelium auch in engliſcher Sprache verkündigen, bis die engliſch Redenden ſelbſt im Stande wären, ſich einen eigenen Paſtor zu berufen; und wir ſollten es uns daher angelegen ſein laſ⸗ ſen, in der Predigererziehung dafür Sorge zu tragen, daß unſere Semina⸗ riſten, wo immer thunlich, auch engliſch zu predigen befähigt werden.“ Theſis 6: „Da in unſerer Zeit und in unſerm Lande ſo viel geleſen wird, ſo wäre es eine Untreue gegen unſere Kirche, wenn wir nicht alles thun wollten, was in unſern Kräften ſteht, um das engliſche Volk durch Ver⸗ breitung von Zeitſchriften und Büchern mit ihren Schätzen bekannt zu machen, und muß daher dieſes als ein Hauptſtück unſerer Aufgabe betrachtet werden.“ Hier wird auf ein beſonders wichtiges Mittel aufmerkſam gemacht, um unſern Zweck zu erreichen: die Verbreitung von Schriften, namentlich Zeit⸗